Was, wann, wo und warum überhaupt?

Es ist eines dieser Themen, die immer wieder diskutiert werden, ein Dauerbrenner: das Tanzverbot an Karfreitag. 52 Prozent der Deutschen finden es gut, hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov herausgefunden.

Andere kritisieren das Tanzverbot, sagen, es sei aus der Zeit gefallen. Wir haben die wichtigsten Fakten zusammengestellt:

Karfreitag ist als „stiller Feiertag“ eingestuft, weil er an die Kreuzigung von Jesus Christus erinnert. Deshalb sind öffentliche Tanzveranstaltungen verboten, also alles, was über den normalen Betrieb in einem Restaurant oder eine Kneipe hinausgeht: DJs dürfen nicht auflegen, Bands nicht spielen, Menschen nicht tanzen.

Oft sind auch Sportwettkämpfe und ähnliche Veranstaltungen verboten, die keine Rücksicht auf den Charakter des Tages nehmen.

Es gibt auch Tanzverbote an anderen Tagen. Welche das sind, hängt vom Bundesland ab: In Hessen gilt das Verbot auch an Karsamstag sowie – für bestimmte Uhrzeiten – an Gründonnerstag, Ostersonntag und -montag sowie an Christi Himmelfahrt, den beiden Pfingstfeiertagen, Fronleichnam, an Heiligabend, den beiden Weihnachtsfeiertagen und Neujahr, am Volkstrauertag und am Totensonntag.

In anderen Ländern sind es deutlich weniger Tage.

In der Regel schon. Wenn nicht, können hohe Strafen auf die Betreiber zukommen – in Sachsen etwa Geldbußen bis 5.000 Euro. Aber ob das Tanzverbot kontrolliert wird, ist in den Bundesländern und Städten unterschiedlich. Bekannt ist zum Beispiel: In Berlin gibt es kaum strenge Kontrollen.

Auch das hängt vom Bundesland ab. Wir haben bei den Landesregierungen nachgefragt – und euch diese Übersicht erstellt:

Baden-Württemberg

Das Tanzverbot gilt von 18 Uhr am Gründonnerstag bis Karsamstag um 20 Uhr.

Bayern

An Karfreitag sind öffentliche Tanzveranstaltungen „ausnahmslos“ verboten.

Berlin

Offiziell ist öffentliches Tanzen an Karfreitag zwischen 4 und 21 Uhr verboten, aber in der Praxis hat das kaum Auswirkungen. Vor 21 Uhr wird selten gefeiert – und selbst wenn: Clubbetreiber müssen in Berlin nicht mit strengen Kontrollen rechnen.

Brandenburg

Hier sind Clubs von Karfreitag ab 0 Uhr bis Karsamstag um 4 Uhr geschlossen.

Bremen

Das Tanzverbot gilt am Karfreitag von 6 bis 21 Uhr.

Hamburg

Das Tanzverbot besteht von 2 Uhr am Karfreitag bis 2 Uhr am Samstag.

Hessen

Hier beginnt das Tanzverbot am Gründonnerstag um 4 Uhr und endet erst am Karsamstag rund um 24 Uhr. An Ostersonntag und -montag sind Tanzveranstaltungen von 4 bis 12 Uhr verboten.

Mecklenburg-Vorpommern

Den ganzen Karfreitag darf nicht getanzt werden.

Niedersachsen

Tanzveranstaltungen sind von Gründonnerstag um 5 Uhr bis Karsamstag um 24.00 Uhr verboten.

NRW

Das Verbot gilt am Karfreitag ab 0 Uhr und endet am Samstag um 6 Uhr.

Rheinland-Pfalz

Von 4 Uhr am Gründonnerstag bis 16 Uhr am Ostersonntag sind öffentliche Tanzveranstaltungen verboten. Aber: Es gibt in Rheinland-Pfalz kein absolutes Tanzverbot – bei einem wichtigen Grund kann eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden.

Saarland

Hier darf schon ab 4 Uhr am Gründonnerstag nicht mehr getanzt werden. Das Verbot endet am Karsamstag um 24 Uhr.

Sachsen

Am ganzen Karfreitag sind „öffentliche Tanzveranstaltungen“ verboten.

Sachsen-Anhalt

Für Karfreitag gilt ein ganztägiges Tanzverbot.

Schleswig-Holstein

Das Tanzverbot beginnt um 2 Uhr in der Nacht und hält bis 2 Uhr des Karsamstags an.

Thüringen

Am ganzen Karfreitag ist Tanzen verboten.

Quelle: Noizz.de