Facebook startet Messenger nur für Kinder – mit einem Haken

Teilen
Twittern
Big Brother is watching you Foto: Tobias Hase / dpa picture alliance

Ob es funktioniert?

Facebook hat eine neue Version seines beliebten Messengers angekündigt: „Messenger Kids“ richtet sich an unter 13-Jährige, die laut Facebook-Regeln keinen Account haben dürfen, diese Schranke aber in Wahrheit oft umgehen.

Auf dem Dienst sollen Kinder mit ihren Freunden oder Eltern chatten und per Video miteinander sprechen können.

Facebook sagt, die Software sei entwickelt worden, weil viele Kinder bislang ohne Schutz in soziale Netzwerke eintreten. Es gebe einen Bedarf nach einer Messenger-App, welche den Eltern den „Grad von Kontrolle“ gebe. Eltern bestimmen mit wem gechattet werden kann und nur sie können Nachrichten löschen.

Dazu wird der Chat des 6 – 12-jährigen Kindes an den Account der Mutter oder des Vaters „angedockt“ – sprich: das Kind bekommt keinen eigenen Account. Dies ist nach geltenen Gesetzen ohnehin verboten, weil Internetfirmen keine Daten von Jugendlichen unter 13 Jahren sammeln dürfen. Deshalb versuchte Facebook diese Jugendgruppe von seiner Plattform fernzuhalten – mit bis dato geringem Erfolg! Nun versucht es der Branchenriese also auf diese Art.

Zur Begründung des neuen Dienstes zitierte Facebook eine Studie, wonach 93 Prozent der Sechs- bis Zwölfjährigen in den USA Zugang zu einem Smartphone oder Tablet-Computer haben.

Doch ob der neue Messenger wirklich einen Reiz auf Kids ausübt? Schließlich liegt doch gerade im Verbotenen das Spannende – das weite Internet fern vom Zugriff paternaler Autorität. Oder hättet ihr gewollt, dass eure Eltern immer alles von euch lesen können? Würdet ihr freiwillig den Schlüssel zu eurem privaten Refugium abgeben? „Big Brother is watching you“...

Wir werden herausfinden, ob es funktioniert. Wir sind erstmal pessimistisch, schließlich waren wir auch mal jung. Die App „Messenger Kids“ wird zunächst in den USA getestet, und zwar auf Apple-Geräten.

Quelle: Noizz.de

Kommentare anzeigen