Sie soll für Teenager ab 13 sein.

Facebook plant offenbar eine neue Messenger-App namens „Talk“ speziell für Jugendliche ab 13 Jahren – das berichtet The Information. Das Besondere daran ist: Die Eltern können mitlesen.

Facebook will mit dieser Messenger-App wohl eine Zielgruppe gewinnen, die dem sozialen Netzwerk größtenteils fehlt: junge Menschen. Also mich. Ich bin Schülerpraktikantin bei NOIZZ und 14 Jahre alt.

Keine Ahnung, was Facebook sich wirklich dabei denkt. Aber ich würde mir diese App nie im Leben runterladen. Und dafür gibt es Gründe.

1. Wir wollen unter uns sein

Die App „Talk“ soll es Eltern ermöglichen, ihre Kinder in dem sozialen Netzwerk zu überwachen. Aus Sicherheitsgründen sollen sie sehen können, wann ihre Kinder mit wem über welches Thema chatten. Aber auch, was sie wann posten.

Doch die Mehrheit meiner Freunde und ich legen viel Wert auf unsere unsere Privatsphäre, und genau die würde diese App zunichte machen. Wir wollen unter uns sein. Uns austauschen, ausprobieren, albern sein. Wie soll das gehen, wenn Mama und Papa alles mitverfolgen? Ich glaube, dass die ständige Kontrolle Teenager in der Entwicklung von Selbstständigkeit zurückhält.

2. Wir sind überhaupt nicht bei Facebook

Ich selbst benutze nur Snapchat, Instagram, YouTube und Whatsapp. Denn dort kann ich nach Lust und Laune posten und teilen, was mir gefällt, mit meinen Freunden chatten oder mit ihnen lustige Bilder hin und herschicken.

Bei Facebook bin ich persönlich nicht, weil nur wenige meiner Freunde dort aktiv sind und es deshalb für mich nie relevant war. Möglicherweise wäre das etwas anders, wenn mehr Freunde auch bei Facebook wären. Ich weiß es nicht.

Aber wisst ihr, wer stattdessen auf Facebook abhängt? Richtig – Eltern. Und Onkels. Und Tanten. Familie halt.

3. Wo ist der Sinn?

Warum genau sollen also junge Menschen, die ihre digitalen Rückzugsräume längst woanders gefunden haben, ausgerechnet wegen einer App zu Facebook kommen, in der ihre Eltern sie überwachen können? Das ergibt für mich überhaupt keinen Sinn.

Meine Eltern sind zum Glück weder bei Facebook noch in anderen sozialen Netzwerken aktiv. Sie haben kein Problem damit, dass ich bei Insta und Snapchat unterwegs bin – auch, wenn sie es überflüssig finden. Aber vielleicht würden sie sich bei Facebook anmelden, um mich zu überwachen.

Ich würde nichts ändern

Bei Snapchat, Instagram und Co. genieße ich meine Privatsphäre und Freiheiten. Also werde ich auch keine neue Facebook-App benutzen, in der mich meine Eltern kontrollieren können.

Anders gefragt: Wenn ihr euch mit euren Freunden in einem Zimmer treffen und unter vier Augen über alles reden könntet, würdet ihr stattdessen die ganze Zeit mit euren beiden Familien im Esszimmer sitzen?

Eben.

Quelle: Noizz.de