Als ob Perioden-Krämpfe nicht schon genug wären.

Günstig, nachhaltig und unkompliziert – Periodenunterwäsche erfreut sich als Neuheit auf dem Markt der Frauenhygiene wachsender Beliebtheit. Ob die Aufdeckungen einer Reporterin der Zeitschrift "Sierra", Jessian Choy, die Erfolgswelle jetzt zum Abflachen bringen? Sie lies ungetragene Periodenunterwäsche des Herstellers "Thinx" von einem Wissenschaftler auf giftige Inhaltsstoffe testen – mit erschütterndem Ergebnis.

Der beauftragte Wissenschaftler der Universität von Notre Dame, Dr. Graham Peaslee, fand heraus, dass die inneren Schichten des Schritts der "Thinx"-Periodenunterwäsche hohe Mengen an sogenannten Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) enthalten – Chemikalien, die nachweislich toxisch für Menschen sind und mit Krebs, verminderter Fruchtbarkeit und weiteren schweren Nebenwirkungen in Verbindung gebracht werden. Das ist besonders problematisch, da der Schritt durch die Nähe zur Vagina besonders leicht Stoffe absorbiert.

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Die Produkte wurden womöglich absichtlich mit der Chemikalie hergestellt

Laut dem Bericht der Reporterin Choy, befanden sich 3.264 Teile pro Million (ppm) der Chemikalie im Schritt der getesteten Unterwäsche, in dem Produkt für Jugendliche waren es 2.053 ppm. Besonders brisant: Die Werte sind so hoch, dass davon ausgegangen werden kann, dass die Produkte absichtlich mit PFAS hergestellt wurden. Neben genannten Chemikalien wurden außerdem bis zu Hunderte ppm Kupfer und Zink gefunden.

"Thinx"-Periodenunterwäsche in einem Laden in New York.

Auf Nachfragen Choys reagierte das Unternehmen bislang gar nicht, in einem Statement gegenüber dem Magazin "Fast Company" wies "Thinx" die Vorwürfe scharf von sich: Die Produkte hätten mehrere Testrunden durchlaufen, um die Sicherheitsstandards sicherzustellen. Die Geschäftsführerin des Periodenunterwäsche-Herstellers, Maria Molland, stellte "Fast Company" auch Kopien der neuesten Labortests vom September 2019 zur Verfügung, die zu bestätigen scheinen, dass keine PFAS-Chemikalien nachgewiesen werden konnten.

"Die Gesundheit und Sicherheit unserer Kunden ist unsere oberste Priorität und wir werden immer daran arbeiten, die sichersten Produkte zu liefern", so CEO Maria Molland.

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Quelle: Noizz.de