Seit der Pandemie gibt es viele neue Gesetze, die bei einem Regelbruch harte Konsequenzen mit sich ziehen. Husten auf dem Fußballfeld wird mit einer Roten Karte verbüßt. Wenn das Eis tropft, darf man es trotzdem erst nach 50 Metern sauber lecken. Sind diese Corona-Strafen absurd oder vollkommen legitim?

Seit Restaurants und Bars wiedereröffnet haben, muss jeder Haushalt zu Beginn des Besuches seine Kontaktdaten eintragen. Wer sich einen Spaß erlaubt und einen falschen Namen aufschreibt, kann laut "NDR" mit einer Strafe von bis zu 400 Euro rechnen. Inwiefern der Batzen Kohle gerechtfertigt ist, darüber lässt sich streiten. Doch wie manch sattes Bußgeld verwundern auch andere Corona-Regeln. Sind sie absurd oder nötig? Was ist eigentlich ein Döner und warum ist das in Zeiten der Pandemie wichtig?

>> Demos, Open Airs, Festivals – was aktuell in den einzelnen Bundesländern erlaubt ist

Sechs Gesetze, über die wir uns ein wenig gewundert haben:

1. Rote Karte für absichtliches Husten

Was ist schlimmer? Das Bein stellen und so das Tor verhindern, oder husten? Nach den neusten Regeln des International Football Association Board (Ifab) wird beides gleichermaßen bestraft. Aufgrund der Pandemie und der Verbreitung von Bakterien gilt das Husten als böses Foul. Fußballspieler*innen können nach Informationen von "RP Online" deswegen sogar vom Feld verwiesen werden. Vorausgesetzt: Die Husterei war absichtlich und gezielt in eine Richtung. Wie sich das wohl nachweisen lässt?

An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

2. Keine Eckbälle und Körperkontakt beim Kicken

Fast hätte sich eine weitere, verrückte Fußballregeln in Zeiten der Pandemie etabliert. Der Teamarzt des TSG Hoffenheim forderte laut "OneFootball" Ende Mai Einwürfe statt Eckbälle, um den gesundheitlichen Schutz der Spieler zu gewährleisten. Spieleranhäufungen und Ansteckungsgefahr sollten so vermieden werden. Außerdem forderte er, dass der Schiedsrichter bei zu engem Körperkontakt sofort abpfeifen solle. Abwehr – was war das noch gleich?

An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

3. Nur in eine Richtung schwimmen

Die Badesaison ist wiedereröffnet und die Wasserratten können planschen gehen. Mehr oder weniger. Planschen an sich ist eigentlich nicht erlaubt, nur das Schwimmen von Bahnen – in eine Richtung. Wer mehr als eine Strecke abtauchen möchte, muss aus dem Becken steigen, wieder zurück an das andere Ende laufen und dann wieder rein. Hüpfen? Ne, ne. Dabei könnten zu viele Spritzer entstehen. Die Ansteckungsgefahr ist zu hoch. Ist doch ganz logisch. Wir Menschen laufen auf den Straßen ja auch nur in eine Richtung. Umdrehen? Niemals! Wer die gleiche Strecke zurückwill, nimmt den Bus. Vorsichtig, Ironie.

An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

4. Warm duschen verboten

Dass die Gäste nur in eine Richtung schwimmen dürfen, ist nicht die einzige, verrückte Corona-Baderegel. Die Duschräume bleiben zu oder dürfen nach Informationen des "Bayrischen Rundfunks" maximal zu zweit genutzt werden. Bei den Becken ist hingegen eine Auslastung von 75 Prozent erlaubt. Mal eben unter das warme Wasser hüpfen, ist verboten. Wer das Chlorwasser und mögliche Bakterien abwaschen will, muss zurück in das Becken. Hände waschen und Hygiene ist Pflicht, abduschen aber nicht erlaubt. Logisch? Wohl kaum.

An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

5. Am Eis schlecken – erst nach 50 Metern

Eis essen ist erlaubt. Das Schlecken aber nicht – zumindest nicht in unmittelbarer Nähe der Eisdiele. In Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen dürfen Speise und Getränke in einem Umkreis von 50 Metern nicht verzehrt werden. Zu Restaurants, Eisdielen und Kiosken brauche es einen gewissen Abstand, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Was passiert, wenn das Eis innerhalb der 50 Meter tropft? Das Bundesland Niedersachsen schreibt laut "RT" in einer Erklärung: "Bei der Anwendung der Verordnung darf insofern pragmatisch vorgegangen werden, als durch erstes rasches Lecken an einer Eiskugel während des zügigen Sichentfernens von der Eisdiele ein Heruntertropfen des Eises auf Kleidung oder Fußboden verhindert werden darf. Für den Verzehr des Resteises gilt jedoch der Abstand von 50 Metern."

An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

6. Picknicken verboten, Döner auf der Wiese gestattet

Was ist ein Döner? Diese Frage ist von höchster juristischer Relevanz. Darf ein Fladenbrot mit Gemüse, Salat und Käse schon als Döner bezeichnet werden – oder benötigt es dafür das weltbekannte, rote Logo mit dem Mann und seinem Fleischspieß? In Nordrhein-Westfalen ist laut "RTL" Picknicken verboten. Strafe: 250 Euro. Wer sich aber einen Döner um die Ecke holt und sich damit auf diese Wiese chillt, der verstößt gegen keine Corona-Maßnahmen. Was für einen Unterschied der Verzehr von selbstgebrachtem Brot und gekauftem Döner bei der Virusverbreitung spielt? Das wissen wohl nur die Behörden.

>> Von Impfgegner*innen bis Nazis: 22.000 Menschen bei Demonstrationen in Berlin erwartet

>> Influencerinnen müssen zwei Jahre ins Gefängnis – für Tanz-Videos auf TikTok

Quelle: Noizz.de