Nein, betrunken darfst du mit ihnen nicht fahren ...

Deutschland ist mal wieder ein digitaler Nachzügler. Während in vielen Orten auf der gesamten Welt schon längst mit E-Scootern durch die Gegend gefahren wird, ist der flotte Tret-Freund auf den hiesigen Straßen erst seit dem 15. Juni erlaubt. Und weil wir uns eben in Deutschland befinden, gibt natürlich einige Regeln zu beachten. Alles, was du wissen musst, erfährst du hier:

1. Brauche ich einen Führerschein für den E-Scooter?

Nein, einen Führerschein brauchst du nicht.

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2. Wie alt muss ich sein, um E-Scooter fahren zu dürfen?

Du musst mindestens 14 Jahre alt sein.

3. Muss ich einen Helm tragen?

Nein, es besteht keine Helmpflicht für die Nutzung eines E-Scooters.

4. Darf ich betrunken E-Scooter fahren?

Genau wie bei der Nutzung eines Autos gelten auch für E-Scooter Alkoholgrenzwerte. Wer sich ab 0,5 Promille auf den E-Scooter schwingt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, bei der Bußgelder, Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg drohen.

5. Wo darf ich mit dem E-Scooter fahren?

Fahren darfst du nur auf Fahrradwegen und der Straße – auch mit ausgeschaltetem Motor darfst du nicht auf dem Bürgersteig rumcruisen, sondern musst brav schieben.

6. Gibt es eine Geschwindigkeitsbegrenzung?

Beim Fahren musst du dich immer zwischen mindestens sechs und maximal 20 Stundenkilometern bewegen.

7. Was muss ich beim Kauf eines E-Scooters beachten?

Laut "Focus" gelten folgende Sicherheitsvorschriften, die dein E-Scooter einhalten muss: Neben einem Lenkrad und einer Stange (irgendwie logisch, oder?) brauchst du zwei verschiedene Bremsen, Vorder- und Rücklicht, seitliche Reflektoren, eine Klingel und Steuerelemente, die innerhalb von einer Sekunde in ihre Ausgangsstellung zurückspringen.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur führt außerdem an, dass ein E-Scooter eine Leistungsbegrenzung von 500 Watt benötigt und versicherungspflichtig ist.

8. Wie belastbar ist ein E-Scooter?

Die meisten Roller auf dem Markt sind belastbar mit einem Maximalgewicht zwischen 90 und 150 Kilogramm – je höher die Belastbarkeit, desto größer und dafür unbeweglicher das Trittbrett.

9. Wie lange hält der Akku und wie lade ich einen E-Scooter wieder auf?

Auch die Akku-Zeiten variieren von Modell zu Modell: Durchschnittlich werden 50 Stundenkilometer angegeben, allerdings spielen Dinge wie Steigung, Geschwindigkeit und Bodenbeschaffenheit dabei eine Rolle, wie lange ein Akku durchhält. Gerade, wenn man sich einen E-Scooter ausleiht, sollte auf einen vollen Akkustand geachtet werden. Wenn der Akku mal den Geist aufgibt, helfen simple Steckdosen schon weiter. Laut "Focus" reicht teilweise sogar schon eine schlichte Powerbank, um dem Akku aufzuladen.

10. Bei welchen Anbietern kann ich mir E-Scooter ausleihen?

Limes verleiht E-Scooter schon in deutschen Großstädten und auch die Roller des Berliner Start-ups Circ kommen in den nächsten Tagen, allerdings fangen die meisten der aufgezählten Anbieter erst in den kommenden Wochen an, ihr Angebot nach Deutschland zu erweitern. Insgesamt wollen folgende Anbieter nach Deutschland kommen:

  • Limes
  • Circ
  • Tier
  • Voi
  • Bird
  • Hive
  • Jump

11. Wie viel kostet es, eine E-Scooter zu mieten?

Die Preise sind bei fast allen Anbietern gleich: 1 Euro Startgebühr und dann 15 Cent pro Minute. Alles, was du dafür benötigst, ist die App des jeweiligen Anbieters.

12. Wie leihe ich mir E-Scooter aus?

Du brauchst die Apps der Anbieter. In der jeweiligen App kannst du sehen, ob in deiner Umgebung E-Scooter zur Verfügung stehen. Dort wird dir ebenfalls erklärt, wie du die elektrischen Tretroller aktivierst und ausleihst. Außerdem erfährst du, in welchen Gebieten du fahren darfst und wo du den E-Scooter überall wieder parken kannst.

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13. Lohnt es sich eher, sich einen E-Scooter zu kaufen?

Das "Tretroller-Magazin" hat verschiedene Szenarien ausgerechnet und herausgefunden, dass Pendler im Schnitt auf 1.080 Euro im Jahr kommen würden, während eine Anschaffung bei knapp 500 Euro liegt. Wenn du also planst, von nun an mit dem E-Scooter zur Arbeit zu fahren und auch sonst nicht die Finger von den Dingern lassen willst, dann wäre eine Anschaffung auf lange Sicht günstiger.

Auch der – Zitat – "urbane Stadtmensch", der nur ab und zu mal ein paar Kilometer damit fährt, kommt im Jahr bereits auf durchschnittlich 660 Euro. Für die, die sich unsicher sind, gibt es allerdings auch noch Grover: Dort kannst du ab 25 Euro im Monat einen E-Scooter mieten.

Quelle: Noizz.de