Warum kein Sex besser als schlechter Sex ist.

Bist du danach schon mal aus dem Bett gestiegen und hast dir gedacht: "Fuck, das war echt beschissen!"? Falls ja, dann ist diese Story genau das richtige für dich. Falls nein, dann vielleicht für deinen Partner oder deine Partnerin.

Mitte Dezember veröffentlichte die, bis dahin unbekannte, 36-jährige Kristen Roupenian auf der Website des Magazins „The New Yorker“ die Geschichte „Cat Person“. Danach kannte wohl fast jeder ihren Namen, denn damit landete sie prompt einen viralen Hit.

Auch wenn es anfangs nur um schlechten Sex geht, wirft die Geschichte eine wichtige Frage auf:

Wie emanzipiert sind Frauen in Bezug auf ihre eigene Sexualität?

Die Autorin lässt ihre Hauptprotagonistin Margot (20) in der Story nämlich unfassbar schlechten Sex mit dem Katzenbesitzer und wesentlich älteren Robert (34) haben. Schlecht fühlt sich danach nicht Robert, sondern die weibliche Protagonistin, denn die hätte das Ganze am besten gleich abblasen sollen.

Aber jetzt mal ganz von Anfang ...

Die Studentin Margot will die miese Nummer mit Robert am liebsten mit einem „We should probably just kill ourselves“ abschließen und vergessen. Dabei findet sie, dass Robert im Kern eigentlich ein ganz netter Typ ist. Aber im Bett gilt: Nett ist die kleine Schwester von Scheiße!

„I’m a cat person“

Die Beiden lernen sich im Kino kennen. So richtig sexy findet Margot den 34-Jährigen eigentlich nicht, trotzdem tauschen sie Nummern. Daraus entsteht ein regelmäßiger Chat, mit Neckereien und Small Talk, bis sie sich irgendwann zu einem Date verabreden.

Das hatten sich beide aber anders vorgestellt: Robert will Margot mit einem Holocaust-Film imponieren, das geht in die Hose. Danach gehen beide in eine Bar, denn der Abend kann ja nur besser werden: Blöd nur, dass Margot nicht reinkommt – unter 21 Jahren und so.

Obwohl wirklich alles schief läuft, landen beide trotzdem bei ihm zuhause. so weit, so nachvollziehbar.

„I’m a cat person!“, sagt Robert, als beide in seine Wohnung gehen, und das klingt schon fast wie eine Warnung.

Kann dieser Abend wirklich noch schlimmer werden?

Das Trauerspiel fängt schon während ihres Dates an. Robert küsst Margot – ihre Gedanken sind trotzdem alles andere als sexy:  "It was a terrible kiss, shockingly bad; Margot had trouble believing that a grown man could possibly be so bad at kissing." Schon hier ist eigentlich klar: Das mit Margot und Robert kann nie funktionieren!

Margot redet sich die Situation trotzdem schön und hofft darauf, dass es vielleicht nur der erste Kuss war, der nicht so richtig funktioniert hat. Leider stellt sie kurz vor dem Sex fest: "This is the worst life decision I have ever made!" 

Spätestens hier hätte sie die Situation eigentlich beenden sollen und das wollte die Studentin eigentlich auch.

Und hier sind wir wieder beim Kernthema von "I'm a cat person": Wer macht das schon?

Schließlich hat Frau sich ja irgendwie in die Situation reinmanövriert, und einmal schlechter Sex ist wahrscheinlich schneller vorbei als die Diskussion, warum man es denn jetzt doch nicht mehr will. Das sind die Denkmuster, die nicht nur Margot in der fiktionalen Geschichte hat, sondern Frauen immer wieder berichten, wenn sie von schlechten Sex-Dates erzählen. Es geht um Gefühle, die man nicht verletzen will.

"You make my dick so hard"

Auch wenn Robert wirklich ein ganz netter Typ zu sein scheint und ihr mehrere Komplimente macht. „Du machst meinen Schwanz so hart“ und „Ich wollte schon immer eine Frau mit geilen Titten ficken“ sorgen bei Margot nur für eins: Lachkrämpfe, die sie unterdrücken muss. Warum macht sie das? Weil sie dem Katzenbesitzer nicht auf den Schlips treten will.

Letztendlich wird die Situation so unerträglich, dass Margot nur noch einen Gedanken hat: "We should probably just kill ourselves!" Und wenn Frau nach dem Sex solche Gedanken hat, dann zeigt das doch eigentlich nur: Du hättest schon viel früher Nein etwas sagen müssen!

"Cat Person" macht auf diesen Missstand aufmerksam und ermutigt hoffentlich noch mehr Frauen dazu, beim nächsten Mal einfach zu sagen: "Nimms mir nicht übel, aber ich hab keinen Bock mehr auf dich!"

Kein Sex ist tausend Mal besser als schlechter Sex!

Quelle: Noizz.de