Die amerikanische Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde hat nun entschieden, dass Tiere aus Tierversuchen eine zweite Chance auf ein unbeschwertes Leben bekommen – solange sie noch gesund sind. Dazu gehören Hunde, Katzen und Hasen. Früher wurden sie üblicherweise eingeschläfert.

Tierversuche sind in der Arznei- und Kosmetikindustrie eine übliche Methode, um die Verträglichkeit von bestimmten Produkten zu ermitteln, ohne dabei Menschen gesundheitlich zu gefährden. Tierschützer betrachten diese Praxis als Tierquälerei, doch tatsächlich ist es nicht einfach, Produkte zu finden, die ohne Tierversuche entwickelt worden sind. Ein Entschluss der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) hat nun allerdings einen entscheidenden Schritt zum Wohl dieser Tiere gemacht.

Dank dem Entschluss können Tiere aus Tierversuchen nun von Tierheimen adoptiert werden, solange sie noch gesund sind, berichtet die US-Zeitung "The Hill". Vor diesem Beschluss war es gängige Praxis, die Tiere einzuschläfern, nachdem sie als wortwörtliche "Versuchskaninchen" ausgedient hatten.

Ob auch Privatpersonen die Tiere später adoptieren dürften, ist noch nicht klar. Experten für Tierwohl, zum Beispiel Mitglieder des "Institutional Animal Care and Use"-Komitee oder für das FDA arbeitende Tierärzte müssten von Fall zu Fall entscheiden, ob ein Tier für die Adoption freigegeben werden kann.

Der Entschluss wurde schon im November 2019 gefasst, doch erst jetzt öffentlich gemacht. Im August 2019 entschied das US-Institut für nationale Gesundheit über einen ähnlichen Wandel des Umgangs mit Tierversuchs-Tieren. Die Tierschutz-Organisation "PETA" drückt seine Unterstützung für diese Entwicklungen aus. Sie hält Tierversuche für grausam und setzt sich dafür ein, Alternativen zu Tierversuchen zu finden.

Obwohl der Tierversuch zum Teil eine grausame Praxis ist, hat diese Methode in der Vergangenheit dabei geholfen, wichtige Fortschritte in der medizinischen Forschung von unter anderem Aids, Polio und Organspende zu machen.

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  • Quelle:
  • Noizz.de