Siri hautnah zum Anfassen.

Für die Generation Z ist das Handy mehr oder weniger bereits zur natürlichen Verlängerung des Armes geworden, macht also nur Sinn, dass dem elektrischen Dauerbegleiter nun auch eine eigene Haut wächst. Ganz so weit ist die Wissenschaft allerdings noch nicht, dafür kann man die menschliche Haut jetzt einfach als Hülle kaufen. Beruhigenderweise muss man sich dabei keine Sorgen um Blutflecken machen, wenn das Handy mal herunterfällt, denn bei dem "Skin-On" handelt es sich – natürlich – nicht um echte Haut.

"Ich wollte mein Handy kneifen können", so Marc Teyssier, einer der Erfinder der Menschenhaut-Hülle gegenüber "New Scientist". Wollten wir das nicht alle schon mal? Nein? Achso. Da Teyssier und seine Kollegen von Telecom ParisTech in Frankreich aber tatsächlich über die Fähigkeiten verfügen, die es braucht, um diesen Wunsch in die Realität umzusetzen, dürfen wir uns nun über die kneifbare Handyhülle erfreuen, aufregen – was auch immer. Die "Skin-On" sieht übrigens nicht nur aus wie echte Haut, sondern kann auch Berührung spüren und darauf reagieren. Creepy.

Auf seiner Website schreibt Teyssier: "Skin-On Interfaces sind empfindliche hautähnliche Inputmethoden, die bestehenden Geräten hinzugefügt werden können, um ihre Fähigkeiten zu vergrößern. Die "Skin-On" gibts deshalb bisher auch als Armband für die Smart Watch und als Touchpad, das an den Computer angeschlossen werden kann. So kann dann zudem mit einem virtuellen Avatar interagiert werden, der beispielsweise mit wütendem Gesichtsausdruck auf Kneifen der Fake-Haut reagiert.

>> Nie wieder nervige WG-Castings: Diese App sucht dir Mitbewohner per Match-Prinzip

Es gibt zwei Prototypen der Fleischhülle: Einer mit einer weichen Oberfläche und einer, die mehr an echte Menschenhaut erinnert. Beide Prototypen bestehen aus drei Teilen: Zwei Silikonschichten und dazwischen eine Schicht aus dehnbarem Kupferdraht. Zukünftig soll die Haut außerdem noch realistischer gemacht werden, durch Behaarung und Temperatur-Features.

Die Forscher stellen ihre Arbeit diese Woche auf dem ACM Symposium "User Interface Software and Technology" in New Orleans, USA, vor. Es ist übrigens nicht die erste gruselige Erfindung von Teyssier: Er hat bereits einen Roboterfinger erfunden, der angeschlossen ans Smartphone selbstständig über den Tisch kriechen kann.

>> Endlich! Pizza Hut erfindet runden Pizza-Karton

Quelle: Noizz.de