iPhone-User werden zu 3D-Emojis.

Apple hat im Rahmen der Eröffnungskeynote zur WWDC 2018 sein neues Betriebssystem iOS 12 präsentiert, das ab Herbst verfügbar sein wird. Der US-Konzern will sich mit seiner neuen Software-Funktionen vor allem tiefer in unseren Alltag verankern.

Die neusten Infos zu iOS 12 haben wir hier zusammengefasst:

Neu sind animierte Avatare für Apples Kommunikations-Dienste wie den SMS-Ersatz iMessage. Dabei kann der Nutzer seine eigenen, animierten Emojis erstellen - die Memojis. Haarfarbe, Augen, Gesichtsform – alles ist auswählbar und an die eigenen Wünsche anpassbar. Die Mimik für sein persönliches Memoji wird über die Frontkamera aufgenommen und direkt übernommen. Die „Tongue Detection“ erkennt jetzt sogar ausgestreckte Zungen.

Über 150 neuen Emojis werden mit dem neuen Update dazukommen. Ob Cupcakes, Bagels, Superhelden oder Lamas - die Palette der Neuheiten wurde angemessen aufgestockt.

Die komplette Auflistung könnt ihr euch hier ansehen.

Siri soll im Wettbewerb mit Google und Amazon häufiger automatisch erstellte Vorschläge für die nächsten Aktionen machen. So könnte zum Beispiel am Morgen im Sperrbildschirm rechtzeitig der Vorschlag auftauchen, das übliche Kaffeegetränk über eine App im gewohnten Lokal zu bestellen.

Nutzer werden zudem Siri in mehr Apps einsetzen und ganze Bündel an automatisierten Aktionen programmieren können, die mit einem Schlüsselsatz ausgelöst werden. Nach den Worten „Ich fahre nachhause“, könnte das Telefon zum Beispiel die Fahrzeit ermitteln und der Familie eine Nachricht schicken. Apple steht unter einem gewissen Druck, Siri zu verbessern: Der Software wird oft vorgehalten, schlechter zu funktionieren als Amazons Alexa und der Google Assistant.

Ein Schwerpunkt beim nächsten iPhone-System iOS 12 ist die sogenannte „erweiterte Realität“ („Augmented Reality“, AR), bei der reale Umgebung und virtuelle Objekte auf dem Bildschirm vermischt werden. Unter anderem bekommen die iPhones eine Apple-App, mit der Gegenstände vermessen werden können. Außerdem können nun zwei Nutzer mit den selben virtuellen Objekten in realer Umgebung interagieren. Das soll zum Beispiel neue Spiel-Erlebnisse ermöglichen.

Gemeinsam mit dem Animationsstudio Pixar entwickelte Apple ein neues Datenformat für virtuelle Inhalte. Damit kann zum Beispiel ein 3D-Gegenstand wie eine Kaffeemaschine oder eine Gitarre einfacher bearbeitet, verschickt und auch in Web-Ansichten integriert werden.

Viele neue Funktionen gibt es für die Computer-Uhr Apple Watch. Aufgaben wie das Einchecken für einen Flug sollen direkt auf ihrem kleinen Bildschirm ohne den Griff zum Smartphone erledigt werden können. Mit einem Walkie-Talkie-Modus können sich zwei Nutzer künftig direkt von Uhr zu Uhr unterhalten. Die Watch kann künftig auch Web-Inhalte anzeigen und bekommt eine Podcast-App. Außerdem muss man zur Uhr nicht mehr „Hey, Siri“ sagen, um die Assistenzsoftware zu starten - es reicht schon aus, den Arm zu heben und reinzusprechen.

Wie bereits erwartet, bekommt iOS 12 Funktionen, die einer übermäßigen Nutzung von iPhones und iPad-Tablets vorbeugen sollen. Damit reagierte Apple genauso wie zuvor Google und Facebook auf Vorwürfe, Geräte und Dienste der Tech-Konzerne machten Nutzer süchtig.

Den Tech-Konzernen wird oft vorgeworfen, ihre Geräte und Dienste machten Leute süchtig. Mit den neuen Werkzeugen werden Nutzer unter anderem sehen können, wie viel Zeit sie in einzelnen Apps verbringen, und sich Limits setzen. Eltern werden einschränken können, wie lange und wann ihre Kinder die Geräte und auch verschiedene Anwendungen nutzen können.

Apple stellt neue iPhones traditionell im September vor - und andere Geräte ohne festen Rhythmus.

Apple betonte zugleich, dass das nächste iPhone-System auch ältere Telefone schneller machen solle, allein dadurch, dass die Software die Computer-Ressourcen besser verwalte. So sollen Apps selbst auf einem iPhone 6 zum Teil 40 Prozent schneller starten und die Kamera 70 Prozent schneller. Bisher hatten Nutzer oft den Eindruck, die neuen Software-Version mit mehr Funktionen machten ihre älteren Geräte langsamer.

Quelle: Zusammen mit dpa