Bei Sex geht es um mehr als Anziehung, Körperlichkeit oder Sextoys, die deine Lust beflügeln. Die können natürlich helfen – aber vor allem in langjährigen Beziehungen spielt häufig auch der Kopf eine entscheidende Rolle, wie du das Liebesspiel empfindest. Mindful-Sex-Apps können dir dabei helfen.

Es ist toll, wie frei wir inzwischen mit allem rund um Sex, Lust, Liebe und auch Fetischen umgehen. Keiner muss sich mehr doof vorkommen, weil er oder sie es ziemlich geil findet, wenn ein Anal-Plug involviert ist oder ein Paar zusammen auf eine Swingerparty geht (natürlich, wenn keine Pandemie unsere Welt in Atem hält). Jedem Tierchen sein Pläsierchen.

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Trotzdem fällt uns eine Sache oft ganz schön schwer: Dem oder der eigenen Partner*in ganz offen mitzuteilen, was wir uns im Bett wünschen oder eben nicht und wie es uns so ganz allgemein gilt. Vor allen in langen Beziehungen, die total gut eingespielt sind, ist das Sexleben irgendwann auch ein Spannungsfeld. Das ist eigentlich ganz normal. Zu Beginn einer Beziehung ist alles superaufregend und neu, die Hormone spielen verrückt, am liebsten möchte man überall alles ausprobieren und losvögeln.

App statt Beziehungstherapie?

Sex fängt im Kopf an und hat auch mit Vertrauen zu tun.

Dass dieses Gefühl nicht ewig anhalten kann, wissen wir alle. Die Konfrontation mit der Realität ist dann aber doch ernüchternd. Man liebt sich, ist füreinander da, erlebt den Alltag – aber das mit dem Sex ist einfach nicht mehr so locker spritzig wie damals. Der erste Reflex, es mit Sextoys, neuen Stellungen und Co. zu probieren, ist kein verkehrter Ansatz, weil er aus der Routine holt, und manchen Paaren reicht das auch.

Manchmal ist das Ganze aber auch viel komplexer und liegt zum Teil auch gar nicht so sehr am Zusammenspiel mit dem oder der Partner*in, sondern bei sich selber, den Erwartungen und dem Druck, den man sich aufbaut. Kennen wir alle aus unserem Arbeitsalltag und genauso, wie wir da selbstverständlich zur Achtsamkeits-App und Meditationsübungen greifen, kann auch im Sex-Leben eine App helfen. "Mindful Sex" nennt sich die Bewegung, zu der sich im App-Store mittlerweile immer mehr Anwendungen fürs Smartphone finden.

Denn auch wenn es um Intimität geht, spielen oft äußere Zwänge und Normen mit rein, die wir vielleicht erst mal gar nicht so bewusst wahrnehmen. Die Sex-Apps wollen dabei helfen, dass wir uns auf neue Weise mit Lust auseinandersetzen und dabei auch unsere Partner miteinbeziehen können – und das geht weit tiefer als eine klassische Tantra-Massage.

Die meisten der Apps helfen dabei, Sinnlichkeit und Körperlichkeit auf unterschiedliche Art und Weise wahrzunehmen – mal spielerisch, mal mit erotischen Kurzgeschichten oder Hörspielen, Übungen, aber teilweise auch mit purer Wissenschaft, weil wir manchmal gar nicht so richtig wissen, wie männliche, weibliche oder nonbinäre Lust funktioniert.

Verpackt in einem coolen, minimalistischen Look machen diese Apps gleich mehr Lust, das Sexleben upzugraden. Wir haben hier fünf Apps für dich, die vielleicht genau das Richtige für dich sein könnten. Leider sind alle in englischer Sprache, die deutschen App-Entwickler und Start-ups haben sich dem Thema Mindful-Sex noch nicht angenommen. Stattdessen findet man nur irgendwelche Sexstellung- und Sexspielchen-Apps.

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1. Ferly

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Die App "Ferly" gibt es noch gar nicht so lange und wurde von den beiden Unternehmerinnen Billie Quinlan und Anna Hushlak entwickelt. Du kannst sie umsonst runterladen, dann aber nicht alle Inhalte nutzen. Mit der App wollen die beiden erreichen, dass Sex so normal ist wie ein Powernap.

Ihr Weg dorthin: Eine Mischung aus Wissen über die reine Physiologie unserer Lust, Achtsamkeitsübungen und Verhaltenstherapie, die man in 30 Kursen entdecken kann. Dazu kann man sich bei Fragen und Unsicherheiten auch mit der Community offen austauschen. Man erkundet seinen eigenen Körper und was man überhaupt selbst mag.

Falls du erst mal austesten möchtest, ob die App etwas für dich ist, kannst du auf der Homepage von Ferly einen kurzen Test machen.

2. Emjoy

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Die App beschreibt sich selbst als Audio-Guide für intimes Wellbeing. Klingt erst mal wie eine Museumstour, die man nicht unbedingt haben möchte, ist aber viel eher ein spannender Podcast, der zum Nachdenken anregt. Dabei geht es nicht immer nur um Sex, sondern auch will um Selbstliebe und generelles Wohlbefinden – und da gehören eben auch Orgasmen rein, denn die sind das beste Schmerzmittel!

Die App gibt es als gratis Download, in einer einwöchigen Testphase kannst du herausfinden, ob du den Stil von Emjoy magst, danach kostet ein Jahresabo ungefähr 30 Euro – billiger als eine Sexualtherapie.

3. Lover

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Wenn du jede Menge Ratschläge und Anleitungen suchst, bist du hier richtig. Wie bei einem Wiki, kannst du alles zu einem bestimmten Thema suchen: Informative Artikel für einen ersten Überblick, Tipps für besseren Sex oder eine Videoanleitung für den perfekten Blow- und Handjob.

Wie alle vorgestellten Apps kann man Lover zwar zunächst kostenlos downloaden, um aber Zugriff auf alles zu bekommen und Teile der App auch offline nutzen zu können, brauchst du ein Abo. Das kostet im Monat etwa neun Euro.

4. Coral

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Solltest du eher zu denen gehören, die nicht so gerne über alles rumgrübeln, sondern lieber etwas unternehmen wollen, für den ist Coral vermutlich die richtige Wahl. Mit der App bekommst du jeden Tag nämlich eine neue Miniaufgabe, mit der du dein Sexleben verbessern kannst, Schritt für Schritt. Pluspunkt: In der App kannst du außerdem Erfahrungsberichte von echten Paaren lesen. Das hilft einem manchmal schon weiter, weil man sieht, dass man nicht alleine mit seinen Problemen ist.

Einige Inhalte von Coral kannst du problemlos in der Gratis-Version nutzen, richtig Spaß macht es aber auch hier erst in der Bezahloption. Für gut 50 Euro im Jahr bist du dabei.

5. Blueheart

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Das Angebot von Blueheart kommt einer klassischen Paar- und Sexualtherapie wohl am nächsten. Kein Wunder, denn das Ziel der Gründer*innen ist es, das jeder, der in einer Partnerschaft ist, auch eine Therapie machen kann, wenn er oder sie es möchte – und eben nicht nur die, die stinkreich sind.

In den drei Bereichen Körper, Gedanken und Verbindung kannst du zusammen mit deinem*deiner Partner*in eure Beziehung zueinander wieder neu entdecken und festigen. Mithilfe von ausgebildeten Psycholog*innen bekommt man Unterstützung dabei, außerdem geben begleitende Audiobeiträge und Artikel ein besseres Verständnis von allem, was in der Therapieeinheit behandelt wird.

Das hat natürlich seinen Preis: Zwar ist die App jetzt während des Lockdowns umsonst und kann zunächst auch im Appstore gratis heruntergeladen werden – um das begleitende Therapiepaket zu bekommen, musst du allerdings 50 Euro im Monat bezahlen. Das ist natürlich billiger als eine herkömmliche Paartherapie, aber auch nicht günstig. Um herauszufinden, ob Blueheart das Richtige für dich ist, kannst du vorher online diesen Test machen.

  • Quelle:
  • NOIZZ.de