In Großbritannien wird das Teufelszeug zur Epidemie.

Stell dir vor, du läufst durch deine Nachbarschaft und auf einmal steht da ein Typ links von dir – auf dem Dach eines Einfamilienhauses. Ohne jegliche Sicherung. Er ruft verwirrten Kram und dann springt er auf einmal in die Tiefe. Genau dieses Szenario ist in einem, kürzlich von der „BBC UK“ veröffentlichen, Augenzeugen-Clip zu sehen.

Der Typ im Video wollte sich aber nicht etwa aus freien Stücken in den Tod stürzen. Er soll die Droge Monkey Dust konsumiert haben und deshalb glauben, dass er Superkräfte besitzt.

Monkey Dust überzeugt seine Konsumenten aber wohl nicht nur davon, dass sie extrem stark sind. Das Rauschgift lässt sie andere Menschen angreifen, unvermittelt in die Häuser Fremder laufen und sich in den Verkehr stürzen. Ziemlich zombiemäßig.

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Hauptkommissar Jeff Moore von der Polizei in Staffordshire gibt gegenüber der BBC an, seine Mannschaft habe in den letzten drei Monaten mit 950 Anrufen bezüglich der Droge zu tun gehabt: „Drogentechnisch ist es das Schlimmste, was ich je erlebt habe.“ Es ginge dabei nicht mehr nur darum, dass die Leute konsumieren. Sie würden mit ihren Aktionen auch andere gefährden.

Die Substanz, die den britischen Polizisten gerade viel Arbeit bereitet, ist in Deutschland alsBadesalz“ bekannt.

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Olaf Schremm, Drogendezernatsleiter beim Landeskriminalamt Berlin, sagt zu NOIZZ: „Sowohl ,Badesalze‘ als auch ,Kräutermischungen‘ sind beliebte Trägerprodukte für den illegalen Vertrieb neuer psychoaktiver Stoffe – ehemals ,Legal Highs‘ genannt.“

Neue psychoaktive Stoffe (NpS) seien synthetisch hergestellte chemische Stoffe, meist synthetische Cannabinoide, mit hoher psychoaktiver Wirkung.

Die Wirkung könne, je nach Stoff, um ein Vielfaches über der Wirkung des biologischen Cannabis liegen und zu Kreislaufversagen, Atembeschwerden, Wahnvorstellungen bis hin zu Suiziden oder dem Tod direkt führen.

Die große Gefahr: Bei diesen „Badesalzen“ und „Kräutermischungen“ ist nie ganz klar, welche Stoffe enthalten sind. „Oftmals sind es mehrere Stoffe, die die Wirkung sogar noch extrem verstärken. Es gibt zudem keine geschützten Produktbezeichnungen, sämtliche Namen sind Fantasienamen“, so Schremm.

Ein Stoff namens „Monkey Dust“ ist in Berlin bisher nicht aufgetaucht, sagt Olaf Schremm gegenüber NOIZZ. Über Vorfälle im Zusammenhang mit neuen psychoaktive Stoffen, die auch in Form von Badesalze vertrieben werden, konstatiert der Experte Folgendes: „In Berlin gab es bisher keine bekannten Todesfälle im kausalen Zusammenhang mit dem Konsum von NpS.“

Da ist es egal, ob man das Zeug „Monkey Dust“, „Badesalz“ oder anders nennt.

Quelle: Noizz.de