Die Anklage ist brisant: Menschenhandel, Zuhälterei, Körperverletzung und Steuerhinterziehung.

Heute hat der Prozess gegen die Frankfurter Rapperin Schwesta Ewa begonnen. Die Vorwürfe sind heftig und erlauben uns einen Blick in die Welt der berühmtesten deutschen Rapperin.

Schwesta Ewa wird in die Verhandlung begleitet

Gleichzeitig sind die Vorwürfe absurderweise gut für das Image. In der Szene gilt „Realness“ als wichtig – wie wir im April feststellten, als die Anklageschrift veröffentlicht wurde.

Am ersten Prozesstag gab es sofort ein Teilgeständnis von Schwesta Ewa. Sie gibt zu, die jungen Frauen, die für sie auf den Strich gingen, geschlagen zu haben.

Den Vorwurf, sie habe die Frauen zur Prostitution gezwungen, bestreitet die Gangster-Rapperin allerdings. Sie hätten das freiwillig getan, um in kürzester Zeit so viel Geld wie möglich für Luxusartikel zu verdienen.

Ewas Aussage nach wurde der Erlös ihrer Arbeit gleichmäßig – nach Abzug von Spesen – unter den Mädchen verteilt.

Wie wir im April auf NOIZZ.de berichteten, soll die Rapperin die jungen Fans in ein finanzielles Abhängigkeitsverhältnis gebracht und dann zur Prostitution gezwungen haben – zum Teil mit körperlicher Gewalt.

Zudem machte sie zum daraus entstandenen Erlös wohl falsche Angaben in ihrer Steuererklärung.

Ende 2016 wurde Schwesta Ewa verhaftet, nachdem eins der Mädchen Strafanzeige gegen sie erstattet hatte. In der Anzeige gibt das Opfer an, teilweise erheblich misshandelt worden zu sein.

Schwesta Ewa bestreitet diesen Vorwurf vehement. „Es gab kein Blut bei meinen Ausrastern“, sagte die Angeklagte, nachdem sie gelegentliche Ausfälle zugegeben hatte – zum Beispiel, wenn die jungen Frauen zu spät oder falsch angezogen waren.

Kommende Woche werden die vier Frauen als Zeuginnen aussagen. Bis das Urteil, voraussichtlich am 20. Juni, verkündet wird, soll es noch zwei weitere Verhandlungen geben.

Wenn bewiesen werden kann, dass sie die Frauen misshandelt hat und die Steuerhinterziehungsvorwürfe bestätigt werden, drohen Schwesta Ewa mehrere Jahre hinter Gittern.

Quelle: Noizz.de