Damals schauten wir noch zu ihnen auf …

Wir wollten immer so sein wie sie. Denn sie waren die Coolsten.

Sie hatten die geilsten Klamotten und immer einen flotten Spruch auf den Lippen. Jeder aus der Klasse wollte gerne mit ihnen abhängen. Weil wir die Hoffnung hatten, dass ein Teil ihrer Beliebtheit auf uns abfärben würde.

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Doch das Blatt hat sich gewendet. Den coolen Kids von damals geht‘s heute wahrscheinlich nicht mehr so geil!

Das haben Wissenschaftler der University of Virginia herausgefunden. Für die Studie wurden zehn Jahre lang 169 Schüler einer High School beobachtet. Die Forscher wollten den Zusammenhang von Jugendfreundschaften und langfristiger mentaler Gesundheit untersuchen.

Dazu wurden mit den Schülern regelmäßig Interviews geführt. Über Freundschaft, soziale Ängste, Akzeptanz, Selbstbewusstsein und Symptome von Depressionen. Außerdem sollten die Jugendlichen alle beliebten Jungs und Mädchen der Schule auflisten und ein Ranking aufstellen.

Das Ergebnis: Schüler, die in ihrer High School-Zeit enge Freundschaften knüpften, waren in ihrem jungen Erwachsenenalter mental gesünder.

Wesentlich schlechter sah es bei den Jugendlichen aus, die bei vielen Klassenkameraden beliebt waren – aber hauptsächlich oberflächliche Beziehungen führten. Sie waren später anfälliger für soziale Ängste und Depressionen.

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„Beliebtheit ist im Leben nicht so wichtig“, erklärt der Psychotherapeut und Freundschaftsberater Dr. Wolfgang Krüger* gegenüber NOIZZ. „Denn unser Lebensglück hängt entscheidend von der Qualität unserer Freundschaften ab.“

Laut Krüger haben besonders beliebte Kids nur selten wirklich enge Freunde. „Sie bauen sich stattdessen Netzwerke auf. Sie sind immer auf der Suche nach Anerkennung und Bewunderung“, sagt der Psychotherapeut. „Jugendliche mit guten Freunden haben das hingegen gar nicht nötig. Sie sind ausgeglichener und müssen nicht ständig auf der Bühne stehen.“

Vor allem die Schul- und Studienzeit sei der wichtigste Lebensabschnitt, um enge Freundschaften zu knüpfen. Denn spätere fokussiere man sich auf andere Dinge wie Liebe, Familie und Beruf.

„Freundschaften, die in der Schulzeit beginnen, halten meist ein Leben lang. Im fortgeschrittenen Alter können wir immer wieder auf sie zurückgreifen“, so Krüger. „Freundschaften bilden die Grundlage für unsere Existenz. Und wenn sie gut sind, verlängern sie sogar unser Leben.“

* Über die Bedeutung von Freundschaft hat Dr. Wolfgang Krüger das Buch „Freundschaft: beginnen, verbessern, gestalten“ geschrieben (9,90 Euro, Taschenbuch)

  • Quelle:
  • Noizz.de