Vorgestern, am 22. Mai 2017, wurden wir wieder von einem Terroranschlag erschüttert.

Dieses Mal erwischte es die Jüngsten von uns. Der Angriff galt jungen Teenagern die auf Popmusik stehen und ihre Jugend genießen. Ein Ariana-Grande-Konzert ist eines der symbolischsten Orte, die wie kaum ein anderer für unseren Lifestyle stehen. Das wird uns jetzt klar.

Der Anschlag passierte auf einem Ariana Grande Konzert Foto: Lindsay Daniella / flickr

Schauen wir uns die letzten Anschlagsziele an, haben alle Eines gemeinsam: Es sind Orte, die unser alltägliches Leben bestimmen. Genauer noch sind es Orte, die für Genuss in unserer Gesellschaft stehen, für Spaß und Freude – alles Gefühle, die Islamisten verabscheuen.

Warum greifen uns Terroristen an solchen Zielen an?

Terroranschlag am Breitscheidplatz in Berlin Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa picture alliance

Um diese Frage genauer zu beantworten, müssen wir uns erstmal fragen, was das eigentliche Problem der Terroristen mit unserer Gesellschaft ist und welches Ziel sie verfolgen.

Der Großteil der islamistischen Terrorgruppen verachten, dass es uns so gut geht, dass wir Freizeit haben können, dass wir gern Spaß haben und das Leben genießen. Für sie ist das Leben ein ständiger Test vor Gott.

Dinge zu tun, auf die man Lust hat – Orte besuchen, um Spaß mit den Liebsten zu haben, ist für radikale Islamisten die Ausgeburt des Teufels. Man muss dabei auch bedenken, dass die meisten Terroristen als Jugendliche extrem ausgegrenzt wurden, es also schwer hatten in einer ohnehin repressiven Gemeinschaft (von Extremen).

Um unsere Gesellschaft zu spalten und uns den Spaß, den wir gerne haben, zu verderben, greifen sie Ziele an, die für uns eine symbolische Bedeutung besitzen. Zum Beispiel ein Konzert, für das viele Kids und Teens wahrscheinlich ewig gespart haben und sich darauf noch krasser als auf Weihnachten freuten.

Erinnern wir uns etwa an den Anschlag in Berlin, kurz vor Weihnachten letzten Jahres. Anis Amri fuhr dort bewusst mit einem LKW in einen Weihnachtsmarkt und ermordete zwölf Menschen, die ihre Freizeit genossen, sich auf Weihnachten freuten und Zeit mit ihren Liebsten verbringen wollten.

Was ist das Ziel der Terroristen?

Eines der wesentlichen Ziele, die islamistische Terrorgruppen, allen voran der sogenannte „Islamische Staat“, verbindet, ist unsere Gesellschaft zu spalten.

Eine Seite soll dementsprechend die christlich-abendländische Kultur sein und die andere eben die muslimisch-morgenländische.

Durch gezielte Angriffe auf unsere Kultur und der immer wiederkehrenden Nachricht des sogenannten „Islamischen Staates“, die Attentäter hätten im Namen Allahs gehandelt, wollen sie bewirken, dass wir anfangen in „wir“ und „sie“ zu denken. Sie wollen, dass wir anfangen alle Muslime für die Anschläge verantwortlich zu machen. Wir sollen auf längere Zeit auf keinen Fall realisieren, dass es sich bei den Attentätern um völlig durchgedrehte Einzeltäter handelt. Die Religion ist nicht der entscheidende Faktor!

Durch den von den islamistischen Terroristen gewünschte Islam-Hass, sollen sich die Muslime in unserer Gesellschaft ausgeschlossen fühlen. Die Hoffnung der Terrorgruppen ist es, dass sie sich dann gegen uns wenden.

Das Ziel der Islamisten ist es, dass wir einen „Krieg der Kulturen“ anfangen, der am Ende für den Islam ausgeht. Ein riesiges islamisches Kalifat soll dann die Welt regieren. Das Ende unserer Gesellschaft wäre damit das ersehnte Ziel der Terror-Schergen.

Sind sie ihrem Ziel nähergekommen?

Solidarität nach Terroranschlag in Manchester Foto: Martin Rickett / dpa picture alliance

Eindeutig nein. Nach dem Anschlag in Manchester brach eine Welle der Solidarität aus, Anwohner öffneten ihre Türen für Fremde zum Übernachten. Taxifahrer fuhren Konzertbesucher umsonst nach Hause.

Es macht den Anschein, dass unsere Gesellschaft nach derart bösen Angriffen eher zusammenrückt. Natürlich gibt es aber den ein oder anderen, der blind alle Muslime unter eine Kappe bringt und islamfeindliche Sprüche kloppt. Immer wieder beobachtet man jedoch, wie muslimische Mitbürger demonstrativ an der Seite aller Mitbürger stehen und sich deutlich gegen den Terror aussprechen.

Leider sehen das die Terrorgruppen auch und greifen zu drastischeren Mitteln. Manchester ist das perfekte Beispiel dafür: Noch nie wurde ein so junges Publikum gezielt angegriffen. Es scheint, als wäre die sowieso nicht vorhandene Menschlichkeit der Terroristen, noch weiter von ihnen entfernt als je zuvor.

Was sollen wir nun tun?

Leute in Manchester demonstrieren gegen den Terror Foto: Martin Rickett / dpa picture alliance

Es muss unser Wille sein, sich diesem Kampf nicht hinzugeben. Geht zu jedem Konzert auf das ihr Bock habt! Geht zu jedem Fußballspiel, dass ihr sehen wollt und vor allem, macht alles was euch Spaß macht.

Wir haben unsere Gesetze, die unseren rechtlichen Rahmen bilden. Wir halten uns an Freiheit und Werte.

Lasst uns unser Leben nicht ändern. Ohne das wir es merken, gewinnen wir gegen den Terrorismus, in dem wir weiter zusammenrücken und toleranter denn je sind.

Bewegungen wie Pegida oder der rechten Partei AfD sind Geschenke für radikale Islamisten – sie befeuern genau das, was die Terroristen wollen: Den Hass auf Moslems und die Spaltung unserer Gesellschaft.

Quelle: Noizz.de