Influencer-Life in Zeiten von Corona: Auf möglichst bescheuerte Art und Weise viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Hat die 22-jährige Ava Louise geschafft: Sie leckte im Flugzeug eine Toilette ab und lud das Video auf TikTok hoch.

Unsere Chancen stehen schlecht: Es wird vermutlich nie wieder irgendein gesamtgesellschaftliches Ereignis geben, ohne dass es von Influencern kommentiert wird. Die meisten dieser Spezies sind harmlos, scheinen aber als Kind in den Koks-Espresso-Bottich gefallen zu sein und sind deshalb die ganze Zeit aufgedreht, laut, nervig und mit dem unbedingten Willen gesegnet, immer und überall Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Das ganze Elend braucht man sich natürlich nicht anschauen, wenn es einem auf die Nerven geht. Nur leider gibt es Momente, wo sich Influencer nicht nur selbst ins Aus schießen, sondern auch für andere eine Gefahr darstellen. So geschehen bei Ava Louise aus Amerika. Die selbst ernannte Influencerin leckte eine Klobrille im Flugzeug ab und stelle das auf ihren TikTok-Account inklusive Hashtags wie #coronaviruschallenge hoch. Haben sich dann direkt zwei Million Menschen angeschaut.

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Machen bei der Challenge jetzt alle mit?

Die Toiletten-Liebhaberin und ihre Viren könnten einem eigentlich ja egal sein. Oder sogar noch einen Schritt weiter: Wer ganz offensichtlich lächelnd in die Kreissäge läuft, hat eine zerfetzte Visage verdient. Nur ist das Problem, dass derartige Videos und ihre Hashtags wahnsinnig schnell viral gehen – und Nachahmer finden. Vor allem bei den TikTok-nutzenden Kiddies, die dieser Tage dank Corona-Alarm und Zwangsferien auch noch wenig zu tun haben. Darüber hinaus wird die durchaus ernst zu nehmende Corona-Krise unnötigerweise von einer klobrillenleckenden Dumpfbacke verharmlost. Muss ja alles nicht sein, oder?

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Zum Glück haben sich der von Ava Louise angestoßenen Challenge nicht allzu viele motivieren lassen. Das Video wurde zwar leidenschaftlich kommentiert – hauptsächlich mit Statements, die die vorhandene Intelligenz der Influencerin stark infrage stellen (um es mal ganz zivilisiert auszudrücken). Darüber hinaus hat die junge Frau aber genau das bekommen, was sie so verzweifelt gern haben möchte: Eine Menge Aufmerksamkeit. Der Business Insider bat sie sogar zu einem Interview. Hier lies man die Dame dann weitere Highlights vorsichherfaseln – etwa dass sie gar keinen Virus bekommen könne, da sie ja nicht mehr auf Facebook unterwegs sei, dass sie stolz auf sich ist, weil sie mit Fendi-Sonnenbrille auf dem Kopf Toiletten-Action vollbringt oder dass es sowieso egal sei, was sie tue, da sie schön, reich und jung sei.

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Ava Louise: Auch sonst nur mit Qualitäts-Content unterwegs

Die Influencerin hat es also geschafft: Alle hören ihr zu. Die meisten bereuen es danach direkt wieder, aber das ist für die Aufmerksamkeitsökonomie in unserer heutigen Zeit ja eigentlich egal. Auf ihrem TikTok-Account postet sie jedenfalls weiterhin Snippets, die sie zeigen, wie sie um ihre zu dick geratene Pussy weint oder betrauert, dass das Coachella-Festival ausfällt – denn: endlich hat sie genug Follower, endlich ist sie wichtig genug um dort Bilder machen zu können.

Man weiß zwischendurch nicht so ganz genau, wie ernst Ava Louise das, was sie sagt, meint. Zwischendurch blitzt ein kleines bisschen Ironie durch ihre Posts, die aber eigentlich von ihrer peinigenden Stimmfarbe und den überflüssigen Statements dominiert werden.

Das Wichtigste aber ist: Unter dem Hashtag #coronachallenge finden sich auf den sozialen Netzwerken hauptsächlich Snippets zum Thema Händewaschen und Vorsorge. Zum Glück. Auf TikTok hat Ava Louise ihren Post übrigens auch wieder gelöscht. Kaum zu glauben, aber: vielleicht war ihr das dann doch ein bisschen zu viel der negativen Aufmerksamkeit.

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  • Quelle:
  • Noizz.de