Die ersten Tage der Selbst-Isolation gehen ins Land und so langsam vermisst man auch den Input der wunderbaren Welt mit all ihren Kultureinrichtungen. Doch nicht Verzagen, denn die meisten Gallerien und Museen sind schon lange im heute angekommen und bieten liebevoll zusammengestellte Online-Ausstellungen an.

Nicht nur ist es eine tolle Möglichkeit, sich die Zeit zu Hause zu vertreiben und vermeintlich öffentliche Räume aufzusuchen. Auch ist der digitale Rundgang eine schöne Methode um sich von wunderbarer Kunst, auf der gesamten Welt, berühren zu lassen, was normalerweise mit ziemlich vielen (Reise-)kosten einhergeht. Wieso nicht die Bilder oder Künstler*innen, die einen interessieren, einfach googeln? Weil Museen einen verdammt guten Job machen und nichts wohltuender ist, als eine gut kuratierte Kunstsammlung, die sich ein Thema zu Brust nimmt und dich mit Bildern und Installationen Dinge fühlen lässt, Gedanken, Fragen und Reflexionen ermöglicht, wie es ein Text beispielsweise nur selten vermag.

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Vincent van Gogh Portrait

Vincent van Gogh

Gerade erlebt Vincent van Gogh eine neue Welle, der Bewunderung, vor allem von jungen Erwachsenen und Jugendlichen. Die sozialen Netzwerke sind voll von den farbenfrohen Bildern des Niederländers. Für Fans, die ein bisschen tiefergehen wollen, als die berühmten "Sonnenblumen"(Van Gogh Museum) oder "Sternennacht" (MoMa), der sollte auf jeden Fall neben den niederländischen Van Gogh Museum auch das Musee d’Orsay virtuell aufsuchen. Das Pariser Museum wird vor allem gerne besucht, wegen der besonderen Architektur des ehemaligen Bahnhofs. Vor der lichtdurchfluteten Uhr bildet sich ebenfalls eine lange Schlange, um sich davor gegenseitig in Szene zu setzen. Die Galerie stellt ihr Bilder unter sehr liebevollen Themen zusammen und liefert viele Texte, die über die bloßen technischen Informationen hinausgehen.

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Frida Kahlo

Auch sie ist gerade eine besonders beliebte Referenz der Popkultur und ständig findet man visuelle Zitate oder kleine Anlehnungen an die mexikanische Künstlerin. In dem Museo Dolores Olmedo befindet sich ein Tagebuch der Künstlerin, was sie wie die modernen Bulletjournal ziemlich künstlerisch gestaltet ist. Darin hielt sie Termine, Inspiration, Ideen und auch ihren persönlichen Schmerz fest und offenbart noch mal eine ganz neue Seite von Frida Kahlo.

Frida Kahlo
Marina Abramovic

Marina Abramovic

Ein Name über den man nicht ganz so häufig stolpert, dabei ist sie niemand anderes als die Begründerin zeitgenössischer Performance-Kunst und sie bleibt in ihrer Aussagekraft und Radikalität kaum überboten. Ihre Intentionen scheinen manchmal auf den ersten Blick platt oder offensichtlich, die ihre feministische Message "Art must be beautiful, artist must be beautiful" Der Titel sagt es ja schon, wieso also noch Kunst machen?! Ist nicht der Witz, dass man den Leuten die Gedanken und die Interpretation überlässt?! Nicht wenn man das jahrelang gemacht hat und man keinen Bock auf leisen Protest hat, also schreit Abramovic, bürstet sich in eben jener Performance die Haare so rabiat, dass das Zusehen schwerfällt. In einer kleinen Online-Ausstellung teilt sie einiger ihrer ungefährlicheren Performance-Routinen, die man dank ihrer Anleitung auch selbst umsetzen kann und an sich selbst merken kann, wie Kunst den Körper verändern kann.

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Die Maler des Lichts

Ich halte diese nordischeuropäische Strömung für eine der unterschätztesten Kunstströmungen. Denn fälschlicherweise konzentriert man sich in den Schulen und Galerien beim Impressionismus sehr stark auf Frankreich, haben sie doch Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir und Camille Pissaro hervorgebracht. Allerdings haben die Skandinavier sich eine ganz eigene Schule des Impressionismus angeeignet, die noch wesentlich feiner ist als die Technik, des gefeierten Claude Monet. Und weil diese Künstler vornehmlich im Freien malten und das Tageslicht in ihren Bildern die prominenteste Rolle spielte, nannte man sie die Maler des Lichts, die in Skagens Museum ausgestellt werden. Mein Favorit ist im Übrigen Peder Severin Krøyer.

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Black History Month – nur immer

Gleich zwei Ausstellungen hat die Johannesburg Art Galerie zusammengestellt, die Aufstände und Proteste der Schwarzen Bevölkerung darstellt. Darunter sind sowohl niederschmetternde Momente, sowie Bilder, die vor lauter Energie, Empowerment und Kraft strahlen. Nicht zuletzt sind darunter ganz wundervolle moderne Kunstobjekte, die genauso in die großen Museen gehören, wie Andy Warhol!

Jüdische Community in Argentinien

Argentinien ist zum Zufluchtsort vieler Juden geworden. Naben den geflüchteten Deutsch-Juden, gab es auch eine große Bewegung der Ost-Deutschen Juden, die durch Pogrome schon Anfang des 20. Jahrhunderts nach Südamerika flohen. Dementsprechen trafen damals verschiedene jüdische Kulturen und Lebensweisen aufeinander und es bildete sich eine sehr große Community, die nicht zuletzt die Kunstwelt Argentiniens mit gestaltete und das Stadtbild von Buenos Aires veränderte. Die Geschichte dieses Zusammenlebens erzählt viel über die jüdische Kultur und AMIA Jewish Community in Argentina hat diese Stück Historie sehr liebevoll aufgearbeitet.

Zeitgenössische Kunst – mal anders

Einen ganz besonderen Blick auf die zeitgenössische Kunst wirft The Korean Art Museum Association, schon alleine, weil sie nicht eurozentristisch ist, und das die optimale Möglichkeit ist mal über den westlichen Tellerrand zu schauen und wundervolles zu erblicken. Darunter berührende Schwarz/Weiß-Fotografien von NOH Suntag, der zu seiner Reihe "Divided Society" sagt: "Ein geteiltes Sozialsystem kann als die Ideologie betrachtet werden, die die koreanische Gesellschaft in den letzten 60 Jahren beherrscht hat. Dieses sogenannte geteilte System arbeitet intensiv, aber mir scheint es nicht richtig zu funktionieren." Die Sammlung moderner, zeitgenössischer Kunst, beinhaltet dabei von Installationen bis hin zu Malerei, alle möglichen Kunstformen und berühren.

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  • Quelle:
  • Noizz.de