Chemische Peelings sollen die Haut perfektionieren, Pigmentflecken, Aknenarben und Fältchen minimieren. Doch bei falscher Anwendung sind sie supergefährlich – auf Instagram tauchen jetzt immer mehr Fotos von Menschen mit Hautverbrennungen und Verätzungen auf.

Habt ihr schon mal von Fruchtsäurepeelings gehört? Diese Peelings (auch als AHA-Peelings bekannt), sind gerade ein großes Ding in der Beauty-Welt. Ihnen wird nachgesagt, dass sie bei der richtigen Anwendung für einen reinen Porzellan-Teint sorgen – und dein Gesicht sozusagen von Grund auf erneuern: Durch die enthaltene Säure werden alte Hautpartikel nämlich abgelöst und Unreinheiten entfernt. Das Ergebnis: ein Face, glatt wie ein Babypopo – so jedenfalls die Erwartungshaltung.

Was perfekt klingt, wird schnell zum Horror

Die Realität kann bei falscher Anwendung schnell mal anders aussehen. Im Internet kursieren gerade allerhand Erfahrungsberichte und erschreckende Fotos von Menschen, die dachten, sie könnten die Corona-Isolation zur Self-Care nutzen – und durch eine falsche Anwendung oder zu starke Produkte richtig schlimme Verbrennungen und Verätzungen erlitten.

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Das Problem: AHA-Peelings gibt es mit unterschiedlichen Säurekonzentrationen – und "viel hilft viel" ist hier ausnahmsweise mal alles andere als richtig: Eigentlich wird für die Anwendung Zuhause nämlich empfohlen, Produkte mit maximal zehn Prozent Fruchtsäure zu benutzen – höhere Konzentrationen sollte man Dermatolog*innen und professionellen Kosmetiker*innen überlassen. Bei starken Hautproblemen verwenden sie Produkte, die teilweise 70 Prozent Säure enthalten – weil sie genau wissen, wie man sie anwendet. Wer das Zuhause macht, läuft Gefahr, seine Haut richtig mies zu verletzen.

Rumexperimentieren, weil man Geld sparen will? Just don't!

Aber weil professionelle Peelings teuer sind (die kosmetische Behandlung kostet um die 100 Euro) und in den letzten Wochen aufgrund von Corona nicht durchgeführt werden konnten, dachten sich wohl viele, sie experimentieren einfach mal rum. Das Ergebnis: offene Wunden und sich abschälende Haut, Schmerzen, im schlimmsten Fall Narben.

Zoe Gazola, die in einer Klinik in New York City arbeitet und über 12 Jahre Erfahrung in der medizinischen Hautpflege verfügt, veröffentlicht immer wieder erschreckende Ergebnisse auf Instagram – um an Leute zu appellieren, die Prozedur nicht weiter Zuhause auszuprobieren. "BuzzFeed" erzählte sie, in den letzten Wochen habe sie mehr beunruhigende Bilder von fiesen Ergebnissen gesehen als jemals zuvor. Viele Frauen hätten sie hilfesuchend um Rat gefragt, weil sie zu starke oder sogar teils illegale chemische Peelings online gekauft hätten – und jetzt nicht wüssten, wie sie ihre verwundete Haut behandeln sollten. "Sie leiden an Verbrennungen dritten Grades", erklärte sie – manche musste sie direkt ins Krankenhaus schicken.

"Ich weiß, dass viele Menschen wirklich verzweifelt alles tun, um schön zu sein und dabei noch zu sparen. [Aber] etwas zu korrigieren, kostet immer, immer, immer das Dreifache", erklärte Gazola gegenüber "BuzzFeed".

Striktere Regulierungen für freiverkäufliche Fruchtsäurepeelings

Auch Sara Chaudny, eine Autorin des Online-Magazins "Dazed Beauty", hat kürzlich von ihren schlimmen Erfahrungen mit einem chemischen Peeling berichtet. Sie spricht sich jetzt, ähnlich wie Gazola, offen für einen Bann oder härtere Regulierungen der Beauty-Produkte aus.

Was lernt man daraus? Das, was eigentlich jedem klar sein sollte: Egal was man auf seine Haut aufträgt, man sollte immer wissen, welchem Risiko man sich aussetzt, welche Inhaltsstoffe enthalten sind – und welches Risiko die Anwendung birgt. Im Zweifel ist es das nämlich echt nicht wert und die Nachwirkungen nicht nur schmerzhafter, sondern auch deutlich preisintensiver, als wenn man von vornherein zu einem/r Expert*in gegangen wäre.

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Quelle: Noizz.de