Sexarbeiter*innen sind hart von der Coronakrise betroffen. Ihre Arbeit dürfte dank Sicherheitsvorschriften auch bis auf Weiteres unmöglich sein. In Bolivien zeigen Prostituierte nun, wie Sexarbeit nach Corona aussehen könnte.

Dienstleistungen, die darauf beruhen, dass man eine gewisse Nähe zueinander einnimmt, sind bei einer Viren-Pandemie natürlich ungünstig. Entsprechend leidet der gesamte Zweig der Prostitution unter den neuen Sicherheitsvorkehrungen. Die Schließung der Bordelle bedeutet einerseits für viele Sexarbeiter*innen finanziell drastische Einbußen – oder aber den Weg in die ungeschützte und sehr unsichere illegale Prostitution.

Sexarbeiterinnen in La Paz, Bolivien

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Sexarbeiter*innen legen Sicherheitskatalog vor

Nun mobilisiert sich das Business selbst, zumindest in La Paz, Bolivien. Eine Gruppe von Sexarbeiterinnen stellte eine Reihe von Maßnahmen vor, die es ermöglichen sollen, trotz Corona Sexarbeit zu verrichten. Der Katalog beinhaltet etwa, den Kunden die Temperatur zu messen, als Prostituierte Schutzkleidung zu tragen oder das Hotelzimmer stetig zu desinfizieren. Die Verfechterinnen gehören der Organisation der Nachtarbeiterinnen Boliviens (OTS-B) an und sind selbstverwaltet.

Sexarbeiterin in Bolivien mit Handschuhen und Gesichtsmaske

Im Nachtclub Las Muñecas in La Paz stellte die Organisation nun die neuen durchsichtigen Plastikanzüge vor. Zur Schutzkleidung zählen außerdem Handschuhe und große Mengen an Desinfektionsmitteln.

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Das Ziel der Organisation ist es, die Behörden dazu zu drängen, die während der Abriegelung der Hauptstadt La Paz eingeführten Einschränkungen der Tagesgeschäfte aufzuheben. Die weiterhin strengen nächtlichen Ausgangssperren behindern die eher Abends und Nachts stattfindende Arbeit der Prostituierten zwar weiterhin, aber immerhin könnten die Frauen* ihrem Job in einem sicheren Milieu fortsetzen. Vielen wäre damit schon geholfen.

Quelle: Noizz.de