„Risk for clicks“ wird es in Zukunft hoffentlich weniger geben.

Sagt mal, was ist eigentlich bei unserer Generation schief gelaufen? Wieso zum Teufel begeben wir uns in Lebensgefahr, für ein beknacktes perfektes Insta-Pic von einer Felsklippe, deren Ausblick einem im wortwörtlichen Sinne fast den Atem verschlägt? Oder aus einem fahrenden Auto zu springen für ein tolles #kikichallenge-Video?

Die Antwort auf diese Frage der Zeit wird dieser Artikel wohl nicht klären können – dazu bräuchte es mehrere Fachgespräche mit Psychologen, Kultur- und Medienforschern. Ob nun die verkorkste weltpolitische Lage daran schuld sind oder pure Langeweile in einer überreizten Welt eine Rolle spielen, ist ja eigentlich auch egal. Fest steht nur: Damit ist jetzt zumindest auf YouTube Schluss. 

>> Den Hintergrund kannst du hier nachlesen: Netflix warnt jetzt vor der „Birdbox“-Challenge

In der neusten Version seiner Community-Richtlinien verbietet die Videoplattform, Inhalte mit gefährlichen Pranks hochzuladen. Damit reagiert das Unternehmen auf die letzte Trendchallenge. Die ging auf den Netflix-Thriller „Bird Box“ zurück, in dem Menschen mit verbundenen Augen durch die Welt gehen und sich dabei filmen. Was dabei alles passieren könnte, kann sich jeder ausmalen.

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Nun zieht YouTube also die Reißleine und verbietet zukünftig solche riskanten Mutproben und will so zumindest teilweise verhindern, dass diese Challenges viral gehen. In den neuen Richtlinien werden außerdem Gewaltdarstellungen und pornografische Inhalte in Thumbnails sowie in Vorschau-Bildern verboten. 

Wer gegen die Richtlinien verstößt, wird abgemahnt. Wer in drei Monaten mehr als drei Abmahnungen sammelt, guckt in die Röhre. Dann wird nämlich der Kanal gelöscht.

>> Was passieren kann: 17-Jährige macht „Bird Box“-Challenge und baut Autounfall

Es ist allerdings nicht so, dass YouTube diese Art von Content vorher gut fand. Bisher gab es lediglich keinen extra Absatz zu dem Thema in den Community-Richtlinien. Solche Challenges fielen in die Kategorie „gefährlicher Content“, bei denen Creators sich und ihre Zuschauer absichtlich in gefährliche Situationen bringen oder psychischen Schaden zufügen.

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So verbietet YouTube Streiche, bei denen die Opfer sich in ernsthafter Gefahr fühlen, als Beispiel werden Home-Invasions oder Schießereien genannt. Nun geht die Google-Plattform noch einen Schritt weiter. Nach Angaben der Plattform gegenüber dem Onlinemagazins „VICE“, seien die neuen Richtlinien auch auf Wunsch reichweitenstarker YouTuber selbst entstanden. Sie hätten sich mehr Klarheit gewünscht, was erlaubt sei und was nicht.

Tide-Pod-Challenges, in denen gefährliche, chemische Reinigungsmittel gefressen werden, die eure Speiseröhre verätzen können, sind damit wohl endlich passé. 

  • Quelle:
  • Noizz.de