Lieber kurz auf den Sattel als ewig in der Bahn.

Zugegeben Leihfahrräder gibt es nicht erst seit gestern. Begeisterter Nutzer bin ich aber erst, seitdem ich im März meinen Urlaub in Dallas verbracht habe. An jeder beliebigen Straßenecke stand dort mindestens ein „Lime-Bike“, „Ofo“ oder der Drahtesel eines anderen Anbieters. Zuerst machten wir uns über die vielen „herrenlosen“ Räder lustig, denn kaum trafen wir im Stadtbild jemanden, der mit ihnen auch nur einmal fuhr. Doch als unsere Gruppe erstmal entdeckt hatte, wie schnell sich die Gefährte mieten lassen, waren wir hin und weg.

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Einmal registriert, die Kreditkarte hinterlegt und ab geht die Fahrt. Zehn Minuten laufen oder eine auf dem Rad? Die Frage stellte sich bald nicht mehr – erst recht, weil die ersten fünf Fahrten alle umsonst waren. So ließ sich die Stadt super entspannt erkunden. Für Touristen ist Bike-Sharing genau das Richtige. Aber auch in der eigenen Stadt ist der Service gut zu gebrauchen.

Von der Qualität können die Bikes vielleicht nicht mit dem eigenen Rad mithalten, dafür sind sie im Zentrum aber immer zur Stelle. Ich kann mich völlig spontan entscheiden, ob ich sportlich von der Arbeit zurückfahre oder in der vollen Bahn schmoren möchte. Das One-Way-Ticket ist kein Problem. Es ist völlig egal, wo du dein gemietetes Gefährt abstellst. Sobald du es wieder verriegelt hast, bist du für das Rad nicht mehr verantwortlich. Sorgen über Fahrraddiebstahl gehören damit der Vergangenheit an, schließlich ist es nicht dein Rad.

Durch die Stadt geht es nur noch mit dem Leihrad

Tagsüber kann die Fahrt gerade in einer wenig fahrradfreundlichen Stadt wie Berlin ein hitziges Vergnügen werden – aber definitiv noch besser als der vergleichbare motorisierte Service auf vier Rädern. Abends ist Carsharing erst recht keine gute Idee, zumindest wenn man eins, zwei Bier getrunken hat. Nun wollen wir niemanden zum alkoholisierten Radfahren auffordern. Fakt ist aber, dass der Grenzwert auf zwei Rädern bei 1,6 Promille statt wie beim Auto bei 0,5 liegt.

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Wenn die herausgesuchte Route mit öffentlichen Verkehrsmitteln eine Kombination aus drei, vier verschiedenen Nachbussen anzeigt, ist das Rad nicht nur die sportlichere Alternative, sondern oft auch die schnellere, von der Kostenersparnis gegenüber einem Taxi ganz zu schweigen. Bei Lime-Bike kosten 30 Minuten zum Beispiel genau einen Dollar. Nutzt du ein E-Bike kommen 15 Cent pro angefangene Minute hinzu. Die Dinger sind übrigens gar nicht so rentnermäßig, wie man denkt. Einmal kurz in die Pedale getreten und los schießt der Drahtesel. Da kommt keiner schneller an der Ampel weg. Probiere es doch mal aus.

  • Quelle:
  • Noizz.de