Danke, Apple.

Mensch, was haben wir nicht alle auf den vorgestrigen Tag hingefiebert. Wie wir bereits verkündet haben, hat Apple vorgestern seine neusten Produkt-Hoffnungsträger ins Rennen geschickt. Und eins ist klar: Der große Hype ums iPhone ist definitiv vorbei. Stattdessen will der kalifornische Techgigant auf Streaming- und Gaming-Dienste setzen.

Ein neues iPhone, Nummer elf, um genau zu sein, gab es trotzdem. Das hat zwar weder den neuen Mobilfunkstandard 5G, noch andere wirklich krasse Neuerungen, ist dafür aber in einem stylischen, changierenden Hell-lila erhältlich.

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Und wem das nicht genug ist oder wer genauso enttäuscht ist wie ich, dass es kein neues, kompaktes iPhone SE geben wird, für den haben sich Tim Cook – oder wie US-Präsident Trump ihn liebevoll nennt, Tim Apple – und sein Team, etwas ganz Innovatives ausgedacht.

Achtung, es kommt gleich ... haltet euch fest ...

SLOFIES.

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Die Wortschöpfung aus Slow-Motion und Selfies ist an sich selbsterklärend. Mit deiner Selfie-Cam, also der Vorderkamera, kannst du jetzt auch Slo-Mo-Aufnahmen machen. OMG – darauf haben wir alle gewartet. Wie revolutionär. Geht natürlich nur mit dem iPhone 11 oder iPhone 11 Pro, die jeweils für ab 799 beziehungsweise 1.149 Euro ab dem 20. September im Handel sein werden.

Apple selbst geht recht ironisch mit der Neukreation um, wie dieser Werbespot auf der Keynote in Cupertino zur Präsentation der neuen Funktion verrät:

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Das Internet und vor allem die sozialen Medien, für die diese Funktion doch wie auf den Leib geschneidert sein müsste, kann sich mit Slofies allerdings noch nicht so recht anfreunden. Stattdessen gibt es Häme und Spott.

Hier ein Best-of

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Vor allem die Tatsache, dass Apple selbst diesen Begriff eingeführt hat, scheint wohl viele besonders auf die Palme zu bringen. Nein, sich irgendwelche Trends oder Begriffe von einem kapitalistischen Großunternehmen aufzwingen lassen, dass machen all die Influencer und Digital-Natives natürlich nicht mit!

Aber mal ehrlich: Slofies werden ein Ding werden

Sie werden unser Leben verändern. Denn sobald irgendjemand erst einmal so ein iPhone 11 in die Finger bekommt und sein erstes brillantes Slofie auf TikTok oder Instagram postet, wird es Herzen ernten. Alle werden auf den Zug aufspringen.

Ästhetische Slow-Mo-Aufnahmen faszinieren die Influencer-Welt jetzt schon. Was bisher nur mit nachträglicher Bildbearbeitung oder der Außenkamera ging, ist jetzt ohne große Umwege möglich. Wie grandios wohl ein Duckface als Slofie aussehen muss? Oder eine TikTok-Challenge, egal zu welchem Content?

Slofies wirken im ersten Moment vielleicht dumm, befremdlich und einfältig, aber eigentlich sind sie genau die Konsequenz unseres bisherigen Social-Media-Daseins. Inszenieren und Faken bis zum geht nicht mehr. Oder doch einfach nur verfremden.

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Achtung, jetzt wird es kulturphilosophisch

Der Philosoph und Kulturkritiker Walter Benjamin schrieb schon zum 1936 im Pariser Exil – er war ein Deutscher jüdischer Abstammung – über "Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit". Er diskutierte damals die Folgen, die ein Abbild der Realität, also Foto oder Film, habe, wenn man es massenhaft vervielfältigen und abändern kann.

Für ihn war klar, dass sich dadurch die kollektive Wahrnehmung von Kunst ändern würde und man dadurch neue Mechanismen finden müsse, um weiterhin "besonders" zu wirken. Er nennt dieses "besonders" die "Aura" eines Kunstwerkes. Slofies sind nichts anderes als eine neue Ausdrucksform, um besonders zu wirken.

Während Benjamin in dem zunehmenden Aura-Verlust von Kunstwerken einen Missbrauch der Kunst durch politische Propaganda befürchtet, möchte ich bei Slofies nicht ganz soweit gehen. Die werden wohl eher unsere Selbstwahrnehmung im Kollektiv Social Media verändern, als dass sie politische Propaganda betreiben.

>> Wie Selfies und Billig-Flieger das Reisen verändert haben

Welche neuen Spielarten und TikTok-Trends da noch auf uns zukommen, werden wir alle noch sehen. Fest steht, wir werden sie überall sehen. Ultra-Slow-Motion-Beach-Walks von irgendwelchen Reise-Bloggern, Slo-Mo-Essen aus der Selfie-Perspektive im ASMR-Modus und so weiter. Ich kann mir all das schon vorstellen.

Und wann machst du dein Slofie?

Mehr zum Thema:

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Quelle: Noizz.de