Nix mit Regenbogen-Ästhetik im Rubel-Reich ...

Solltest du mit deiner Apple Watch am Handgelenk in naher Zukunft nach Russland reisen wollen und dich möglicherweise schon darauf gefreut haben, dem homophoben Teil der russischen Bevölkerung mit deinem unauffälligen Regenbogen-Smartwatch-Hintergrund subtil eins auszuwischen – dann haben wir schlechte Nachrichten für dich: Das farbenfrohe „Ziffernblatt“ verschwindet, sobald du russischen Boden betrittst.

Das bestätigte nun der leitende Redakteur des Technikportals „The Verge“, Tom Warren – nachdem Rebbit-User und einige Leute im Apple-Support-Forum sich schon seit Monaten fragten, wo ihr schillernder Background hin ist.

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Du kannst das Ganze sogar testen, ohne dir ein Ticket to Russia zu buchen. Dazu musst du einfach nur deine Lokalität auf deinem mit der Watch verbundenen iPhone ändern. Sobald dein Handy „glaubt“, du seist im Lande Putins, löscht es den Regenbogen aus den Optionen. So hat es auch Warren gemacht und in einem Clip auf Twitter veröffentlicht.

Verständlich, dass sich viele über diese Maßnahme aufregen. Schließlich schreibt sich der US-Konzern seit Jahren auf die Fahne, besonders schwulenfreundlich zu sein. Apple tritt in der Tat immer wieder für die Recht Homosexueller ein. Außerdem sitzt am langen Hebel des Ladens selbst ein offen schwul lebender Mann, Tim Cook.

Die Entscheidung, den Regenbogen aus der Hintergrund-Galerie zu streichen, wird in Russlands Gesetzeslage begründet liegen. Im Jahr 2013 verabschiedeten etliche Regionen Russlands ein Verbotsgesetz, das sogenannte homosexuelle Propaganda verhindern soll. So darf zum Beispiel nicht öffentlich gegen Homophobie protestiert werden. Auch die Aufklärung Jugendlicher über Homo-, Bi-, und Transexualität steht so unter Strafe.

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Für alle, die den Regenbogen nicht nur auf dem Hintergrund ihrer Smartwatch sehen wollen, gibt es übrigens die Full-on-Variante inklusive Regenbogen-Armband. Ein Teil der Erlöse wird an LGBT-Organisationen gespendet. In Russland kann man sich das farbenfrohe Statement nicht kaufen.

Quelle: Noizz.de