Mit Smile.Amazon kannst du an eine Auswahl von wohltätigen Organisationen spenden, die der Onlineshop dir anbietet. Eine davon steht in Verbindung mit Scientology.

Mit Amazons Smile-Feature können Kunden einen Prozentsatz ihres Einkaufs an wohltätige Organisationen spenden. Aussuchen kann man sich die Organisation selber, doch Amazon kuratiert die angebotenen Organisationen. Mit dabei zum Beispiel PETA, die UNO-Flüchtlingshilfe oder das Rote Kreuz. Auch die Association for Better Living and Education (ABLE) wird von Amazon aufgelistet. ABLE finanziert unter anderem Narconon. Narconon macht Aufklärung über Drogen an Schulen und betreut Abhängige, doch so ganz clean ist die Organisation nicht – denn sie basiert auf Lehren des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard.

Scientology-Gründer L. Ron Hubbard

Narconon wurde in den sechziger Jahren gegründet, als einige Insassen in Arizona meinten, ihre Drogensucht mit Prinzipien der Scientology-Kirche besiegt zu haben. Die umstrittene religiöse Bewegung rät Suchtkranken dazu, Abhängigkeit mit regelmäßigen Sauna-Besuchen und Vitaminen zu behandeln. Wissenschaftler haben diesen Ansatz als unwirksam erwiesen, von Narconon geförderter Wissenschaftler behaupten allerdings das Gegenteil.

Narconon basiert auf Scientology-Grundsätzen

Narconon lehrt nicht nur Scientology-Ideologien, die Vereine hängen auch finanziell zusammen. Scientology gibt auch Geld an ABLE – die wiederum Narconon finanziert, so Recherchen der britischen Zeitung "The Guardian". Spendet man also für ABLE, so spendet man auch an Narconon und fördert damit Scientology-Ideologien.

Narconon hat schon über 22.000 Kinder in Großbritannien mit ihrer Theorie behandelt. Das liegt unter anderem daran, dass die britische Regierung keine anderen Drogenprogramme fördert. Narconon bietet seine Vorträge umsonst an. Manche Experten fürchten, dass Narconon Kinder dazu bewegen würde, später im Leben zu Scientology zu konvertieren.

Ob Amazon wusste, an wen die Spenden für ABLE gehen, als sie die Organisation zu ihrer Auswahl zählten, ist nicht klar. Bis jetzt hat sich der Versandhändler auch noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.

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lmh

Quelle: Noizz.de