Amazon Go: Erster Supermarkt ohne Kassen und Kontrollen eröffnet

Florian Gehm

Politik, Rap und Games
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Shopping-Erleichterung oder totale Überwachung? Der Supermarkt "Amazon Go" geht an den Start Foto: YouTube.com / amazon / Noizz.de

Stopft euch die Taschen voll und bezahlt trotzdem!

"Sind 300 Gramm Käse nicht ein wenig viel für eine Person?" – So eine Nachricht könntet ihr bald vom Internet-Giganten Amazon bekommen. Denn im US-amerikanischen Seattle hat das Unternehmen seinen ersten Supermarkt ohne Kassen und Kontrollen für das Publikum eröffnet.

Der Laden hört auf den Namen "Amazon Go". Die Vision: Käufer können ihre Waren direkt in die Einkaufstasche legen und das Geschäft einfach verlassen. Der Betrag wird dann vom Amazon-Konto des Nutzers abgebucht.

US-Medien, die den Laden vor dem offiziellen Start besichtigen durften, berichteten von "Dutzenden und Dutzenden von Kameras". Zudem ist jeder Regalboden mit einer Waage versehen, um entnommene Artikel zu registrieren. Die totale Shopping-Überwachung ist Realität!

Wer den Einkauf trotzdem riskieren will, muss sich die "Amazon Go"-App herunterladen und das Telefon am Eingang an eine Schranke halten. Von da an registriert der Supermarkt mit Hilfe der Kameras und Sensoren, welche Artikel ihr aus dem Regal holt – und auch wirklich einpackt. Ihr müsst die Produkte also nicht direkt in die Kameras halten und könnt waren auch wieder zurücklegen.

Amazon betont, dass das System ohne Gesichtserkennung arbeitet. Die Menschen sollen von den Kameras als "3D-Objekte" wahrgenommen werden. Über euren Amazon-Account kann das Unternehmen aber trotzdem ganz genau nachvollziehen, wie viele Produkte von welchen Marken ihr wann eingekauft habt. Verlasst ihr den Laden, haltet ihr euer Handy erneut an eine Schranke, bezahlt automatisch – und dürft gehen.

Bisher scheiterte die Idee noch daran, dass das System Einkäufe von mehreren Personen über das gleiche Amazon-Konto nicht erfassen konnte. Ob dieses Problem vollständig gelöst wurde, ist nicht bekannt. Einzelpersonen erkannte das System bereits seit Längerem reibungslos.

Im Mai 2017 wurde bekannt, dass sich Amazon vier Slogans für den automatischen Supermarkt in Europa schützen lassen will. Langfristig wird Amazon sein "Go"-Angebot als auch in Europa anbieten.

[Text: Zusammen mit dpa]

Quelle: Noizz.de