Wir haben das mal gegoogelt ...

Google wird dieser Tage 20. Was als simple Suchmaschine begann, ist inzwischen ein Milliardenunternehmen, das in fast allen Geschäftsfeldern im Internet mitmischt: Handy-Betriebssysteme, E-Mail, Cloud, Werbung, Navigation und natürlich Videos.

Doch den Kern hat sich die Marke bewahrt: Die weiße Seite mit dem bunten Schriftzug und dem Suchfeld benutzt fast jeder, der täglich im Internet ist. Es gibt kaum einen krasseren Marktführer in irgendeinem Segment als Google unter den Suchmaschinen.

Weil Google also eh die unangefochtene Nummer eins ist, widmen wir den 20. Geburtstag all jenen, die sich dem Giganten stellen. Hier findet ihr 20 alternative Suchmaschinen, die ihr auch mal benutzen könntet:

1. Yahoo!

Yahoo gehörte einst zu den Pionieren des frühen Internets und wuchs zu einem der beliebtesten Anbieter von Nachrichten, E-Mail und eben auch Internetsuchen. Ende der Nullerjahre ging's bergab, doch selbst heute ist yahoo.com auf Platz sechs der weltweit meistaufgerufenen Webseiten – wer hätte das gedacht?

Im Jahr 2017 kaufte der Mobilfunkanbieter Verizon sämtliche Internet-Angebote von Yahoo. Der übrig gebliebene Yahoo-Konzern wurde zur Investment-Firma und heißt inzwischen Altaba. Dort kümmert man sich lediglich um die japanische Yahoo-Seite.

2. Bing

Als Bing im Jahr 2009 an den Start ging, war die Marktführerschaft von Google bereits sehr gefestigt. Dennoch wollte Microsoft einen eigenen Konkurrenten ins Rennen schicken.

Das hat sich sogar einigermaßen gelohnt: Im November 2015 wurden 20,9 Prozent aller US-amerikanischen Suchanfragen über Bing verschickt. Nach wie vor ein Feature der Seite: Das Hintergrundbild wechselt täglich.

3. Qwant

Internet-Start-Ups werden viele gegründet, doch warum versucht man es mit einer Suchmaschine? Qwant wurde 2013 von drei Franzosen gegründet und legt den Fokus auf die Darstellung der Suchergebnisse. So kann man sich gezielt Social-Media-Postings anzeigen lassen. Außerdem wirbt die Seite damit, keine Cookies zu setzen oder Verläufe zu speichern.

[Full Disclosure: Unser Mutterkonzern, die Axel Springer SE, hält 20 Prozent der Anteile an Qwant.]

4. DuckDuckGo

Auch DuckDuckGo, seit 2008 am Start, hat sich die Privatsphäre seiner Nutzer auf die Fahnen geschrieben. Niemand wird getrackt, alle bekommen die gleichen Ergebnisse vorgesetzt. Deswegen ist DuckDuckGo auch die Standard-Suchmaschine im Darkweb-Browser Tor.

5. Ecosia

Viele von euch benutzen wahrscheinlich täglich Suchmaschinen. Warum also nicht eine solche vermeintlich banale Sache für einen guten Zweck nutzen? Das dachten sich auch die Gründer von Ecosia, einer Berliner Suchmaschine. Das Geld, das das Unternehmen mit Werbung umsetzt, wird zu 80 Prozent dafür verwendet, Bäume zu pflanzen.

Die Idee ist nicht zuletzt deshalb interessant, da Suchanfragen sehr viel Energie verbrauchen, die häufig zulasten der Umwelt produziert wird. Im Juni 2018 gab Ecosia an, bislang 30 Millionen Bäume gepflanzt zu haben.

6. Startpage

Startpage kommt aus den Niederlanden und nennt sich stolz „die diskreteste Suchmaschine der Welt“. Der Anbieter nannte sich ursprünglich Ixquick, änderte jedoch aus offensichtlichen Gründen seinen Namen. Bis vor einigen Jahren war Startpage noch die Standard-Suchmaschine für Tor.

7. AOL

Noch so ein Fossil aus längst vergangenen Zeiten. Genau wie Yahoo musste auch AOL irgendwann einsehen, dass es seine besten Zeiten hinter sich hat. Inzwischen gehören die beiden sogar zum selben Konzern: Verizon hat auch AOL geschluckt. Wem nostalgisch zumute ist, der kann aber immer noch über aol.com das Internet durchforsten.

8. Dogpile

Neben dem putzigen Hundelogo beeindruckt Dogpile vor allem mit seinem Alter: Mit 22 Jahren ist die Suchmaschine sogar noch älter als Google.

9. Blinde Kuh

Die Suchmaschine „Blinde Kuh“ kennen vielleicht manche noch aus der Grundschulzeit: Einst sollte sie Kindern den richtigen Umgang mit dem Internet vermitteln.

Inzwischen scheint die Seite allerdings relativ vernachlässigt – und wahrscheinlich können die meisten Kinder ohnehin besser googeln als ihre Eltern.

10. Boardreader

Boardreader ist vor allem dazu da, Foren und Blogs zu durchsuchen. Wer dort schnell die Übersicht verliert, kann es hiermit probieren.

11. Yandex (Яндекс)

Auch Yandex ist schon ein alter Hase unter den Suchmaschinen, sie ging 1997 an den Start. Und in Russland ist das Unternehmen nach wie vor Marktführer, auch in anderen Ländern der Region ist Yandex stärker als Google. So arbeiten für das Portal über 7.000 Mitarbeiter an 18 Standorten, auch im Silicon Valley. In Moskau will Yandex sogar autonome Autos auf die Straßen schicken.

12. Baidu (百度)

Auch die Chinesen kochen lieber ihr eigenes Süppchen, anstatt sich auf amerikanische Suchmaschinen zu verlassen. Hier ist Baidu ganz vorne mit dabei. Weil China so wahnsinnig viele Einwohner und Internetnutzer hat, ist Baidu inzwischen auf Platz vier der meistbesuchten Internetseiten weltweit.

13. Sogou (搜狗)

Da Google in China geblockt ist, finden sich auch auf den folgenden Plätzen heimische Suchmaschinen wieder. Sogou folgt nach Baidu auf Platz zwei – das chinesische Bing, wenn man so will.

14. Seznam

Das gallische Dorf Europas, was Suchmaschinen angeht, ist Tschechien: Dort mag Google inzwischen auch der Marktführer sein, doch im Jahr 2014 hielt Seznam.cz immerhin 38 Prozent des Suchmaschinen-Traffics. Falls ihr des Tschechischen mächtig seid: Support your local Suchmaschinen-Dealer!

15. Naver (네이버)

Südkorea ist bekannt für seine technische Innovationsfreudigkeit. Da verwundert es nicht, dass es hier auch eine eigene Suchmaschine gibt, die von den Koreanern lieber genutzt wird als die ausländische Konkurrenz.

16. Halalgoogling

Bei Halalgoogling (halal = rein) sind sämtliche Suchergebnisse, die mit dem muslimischen Glauben nicht kompatibel sind, rausgefiltert. Theoretisch zumindest, denn während unsere Suche nach Alkoholherstellern tatsächlich keine entsprechenden Ergebnisse brachte, wurde für den Begriff „Schweinefleisch“ jede Menge Haram-Content angezeigt.

17. Seekfind

Wenn die Muslime ihre eigene Suchmaschine haben, dürfen Christen doch auch eine haben, oder? Auf seekfind.org kann man theologisch einwandfrei suchen. Vielleicht findet man ja Gott.

18. Cliqz

Cliqz gehört mehrheitlich zum deutschen Medienkonzern Hubert Burda und ist quasi Webbrowser und Suchmaschine in einem. Hier liegt die Stärke vor allem in der Darstellung der Suchergebnisse, bevor man auf Enter drückt. Dort werden bereits die Logos der Seiten angezeigt, auf die man weitergeleitet werden kann. Wer zum Beispiel einen TripAdvisor-Beitrag sucht, kann sich so eine Sekunde Lebenszeit sparen.

19. Everyclick

Everyclick ist eine Art Charity-Suchmaschine: Wer hier sucht, spendet automatisch Geld für einen guten Zweck, den man sich auch noch aussuchen kann. Dafür muss man sich allerdings einen Account anlegen.

20. Gigablast

Gigablast ist zwar eher ein Gimmick, kommt allerdings in einem sehr putzigen Retrodesign daher. Für Liebhaber ist es vielleicht noch einen Abstecher wert.

Quelle: Noizz.de