Der US-Schauspieler revolutioniert gerade Hollywood.

In Hollywood finden gerade einige Kämpfe statt. Zum einen kämpfen unzählige Schauspielerinnen und Schauspieler gegen die rassistische und sexistische Politik Donald Trumps an. Zum anderen kämpfen prominente Frauen natürlich weiterhin gegen sexuelle Belästigung und Missbrauch im Showgeschäft.

Doch wer kämpft eigentlich für die Rechte von queeren Menschen in der sogenannten Traumfabrik?

Das wäre dann wohl Ezra Miller. Der amerikanische Schauspieler dürfte den meisten als Patrick aus „Vielleicht lieber morgen“ oder ganz aktuell als Credance aus „Fantastische Tierwesen“ bekannt sein. Der 26-Jährige bezeichnet sich selbst als queer, möchte sich also befreit von den starren Genderrollen und -normen der Gesellschaft identifizieren.

Diese Freiheit abseits von geschlechtlichen Konventionen lebt Ezra so ziemlich als Erster in Hollywood auch wirklich komplett aus. Sobald der extrovertierte Hollywoodstar den roten Teppich betritt, wird einem erst einmal klar, wie strikt die Geschlechterrollen schon bei diesem banalen Schaulaufen vorhanden sind. Frauen tragen Kleider, Männer tragen Anzug.

Und Ezra? Der trägt, was er will.

Ob dunkelroten Lippenstift und schwarzes Puffkleid oder Federcape samt silbernem Make-up. Von veralteter Red-Carpet-Etikette hält der „The Flash“-Darsteller rein gar nichts.

Und während hierzulande die curvige Bonnie Strange für den „Playboy“ abgelichtet wurde, rekelt sich in den USA der queere Schauspieler in Reizwäsche für das Männermagazin.

Für Konservative ein Schock, für Ezra Miller ein Befreiungsschlag

Das Styling für das revolutionäre Fotoshooting des amerikanischen „Playboys“ übernahm der Künstler selbst und ließ sich dabei von der Tradition des Magazins leiten. High Heels, Häschenohren und schöne Reizwäsche – was Frauen bei einem sexy Shooting tragen, steht dem 26-Jährigen mindestens genauso gut. Mit verträumten Blick wirft sich der „Fantastic Beasts“-Schauspieler in Pose und kreiert damit mal eben die wichtigste Fotostrecke des Jahreszehnts.

„Wenn ich die Kunst nicht hätte, wäre ich verdammt noch mal tot. Ich hätte es wahrscheinlich selbst getan“, zeigt sich der Amerikaner im Playboy-Interview offen wie nie.

Und so hat sich Ezra Miller in sein eigenes Kunstwerk verwandelt, das Traditionen trotzt und eine Celebration der Individualität ist – und keine Tabus kennt. Der aufgeschlossene 26-Jährige erzählt selbstverstädnlich von Kama Sutra, seinem Sexleben und seinem „Polycule“, seiner polyamourösen Gemeinschaft an Liebhaberinnen und Liebhabern, die sich ebenfalls als queer identifizieren.

Es ist gerade diese Offenheit, die Hollywood braucht. Denn all die großen Namen der Filmbranche funktionieren doch mehr oder weniger noch immer in den vorgefertigten Geschlechterrollen der Branche. Ezra Miller zeigt, dass es doch so viel mehr gibt, wenn wir uns nur wagen über den Tellerrand zu schauen.

Der Einfluss des queeren „Harry Potter“-Fans sollten wir auf keinen Fall unterschätzen. Ezra und seine Queerness sind gerade jetzt zur Veröffentlichung des zweiten Teils der „Fantastische Tierwesen“-Reihe zahlreich in den Medien vertreten und können damit einen Wandel in Hollywood auslösen. Der Schauspieler zeigt jedem: Du kannst sein, wer auch immer du sein willst.

Es ist meiner Meinung nach noch immer viel zu langsam, dass sich die Medienbranche an die Repräsentation von non-binären Charakteren und die Einstellung von queeren Schauspielern macht. Dabei ist schon alleine Repräsentation sooo wichtig.

„Chilling Adventures of Sabrina“-Star Lachlan Watson ist non-binär

Netflix hat vor Kurzem einen Schritt in die richtige Richtung gemacht und mit „The Chilling Adventures of Sabrina“ eine der ersten Teenie-Shows an den Start gebracht, die eine non-binäre Figur enthält.

Sabrinas Freundin Susie lässt sich von Geschlechterrollen nicht einschränken und identifiziert sich stattdessen als genderfluid. Und das Beste: Susie wird sogar von einer genderqueere Person gespielt – und nicht wie häufig üblig von einer Cisperson. Lachlan Watson lehnt auch im echten Leben die Einteilung nach den Geschlechterrollen „Mann“ und „Frau“ ab.

Es gibt wahnsinnig viele Menschen, die sich als non-binär oder genderfluid verstehen. Denn die eigene Identität hat nicht nur etwas mit den zwei Kategorien oder dem biologischen Geschlecht zu tun, sondern auch der eigenen Geschlechtsidentiät.

Und die kann so vielfältig sein, wie man es sich nur vorstellen kann. Und genau deshalb brauchen wir Vorbilder wie Ezra Miller und Lachlan Watson, damit sich wirklich jeder Mensch in den Geschichten der Traumfabrik wiederfinden kann und damit gerade junge Menschen weltweit wissen: Es ist okay und völlig normal, genderqueer zu sein.

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Quelle: Noizz.de