Die Familie mit zwei Kindern und zwei Müttern suchte in Bayern eine neue Wohnung, um Platz für ihr neugeborenes Baby zu haben. Doch bei der Wohnungssuche wurden Yasemine und Evelyn konfrontiert von Hürden, die sie vorher für nicht möglich hielten.

Yasemine und Evelyn Arslan sind ein lesbisches Ehepaar mit zwei Kleinkindern, im April 2019 haben sie geheiratet. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes suchten sie eine größere Wohnung im bayerischen Landkreis Aschaffenburg. In der Gemeinde Mainaschaff wurden sie schließlich fündig – nur um dann von dem homophoben Vermieter doch abgewiesen zu werden.

Die beiden Mütter hatten schon eine mündliche Zusage des Vermieters bekommen, gaben alle benötigten Unterlagen ab und überwiesen die Kaltmiete des ersten Monats. Als Ende Januar dann der Mietvertrag unterschrieben werden sollte, nahm der bisherige reibungslose Ablauf sein Ende.

Symbolbild: Lesbisches Elternpaar mit ihrem Kind

Die Frauen hielten ihre Ehe nicht geheim

Der Vermieter fragte Evelyn nach ihrem Ehemann, woraufhin sie ihm erklärten, dass die beiden Frauen miteinander verheiratet waren. Er erwiderte daraufhin, dass er das nicht mit seinen religiösen Ansichten vereinbaren könnte und verweigerte dem Ehepaar den Mietvertrag. Dabei hätten sie von Anfang an ihre Ehe nicht verheimlicht, so Yasemine Arslan gegenüber der Regionalzeitung "Main-Echo".

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Ihre Geschichte erzählten die Frauen in der Facebook-Gruppe "Du bist ein echter Aschaffenburger, wenn Du …". Unter ihrem Facebook-Post unterstützten sie die meisten User, manche kommentierten jedoch auch "Pech für dich – ist seine Entscheidung".

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verbietet Diskriminierungen aufgrund sexueller Orientierung beim Zugang zu Wohnraum. Dieses Gesetz ist allerdings eingeschränkt, wenn der Vermieter weniger als 50 Wohnungen vermietet. Dann ist die rechtliche Lage weniger klar. Theoretisch könnten Evelyn und Yasemine den Vermieter also verklagen, doch das ist ihnen der "Stress nicht wert", erklärt das Ehepaar.

Mittlerweile haben Evelyn und Yasemine übrigens eine Wohnung gefunden, die sie ganz ohne Diskriminierung bekommen haben.

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Quelle: Noizz.de