Die LGBTQ-Organisation "Shams" berichtet von der rechtskräftigen Anerkennung der Ehe eines schwulen Pärchens aus Frankreich. Gleichgeschlechtliche Eheschließungen und Homosexualität selbst bleiben in dem mehrheitlich muslimischen Land jedoch illegal.

In Tunesien ist Homosexualität illegal und wird mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft. Einem schwulen Pärchen – ein Tunesier und ein Franzose – soll es jetzt jedoch gelungen sein, ihre in Frankreich vollzogene Ehe in dem nordafrikanischen Land anerkennen zu lassen. Wie in Tunesien üblich soll die Ehe nun auch in der Geburtsurkunde des Tunesiers genannt sein – das berichtet die LGBTQ-Organisation "Shams". Demnach wäre Tunesien die erste mehrheitlich muslimische Nation, die gleichgeschlechtliche Ehe als rechtskräftig anerkennt. Der tunesische Staat hat sich zu der angeblichen Genehmigung bisher nicht geäußert.

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Homosexualität weiterhin illegal

Auf Facebook schrieb "Shams" über die "neue Errungenschaft für schwule Tunesier". Es sei die erste gleichgeschlechtliche Ehe, die in "der Geschichte Tunesiens und der arabischen Welt" rechtlich anerkannt werde. Womöglich ein Etappengewinn, doch der bittere Nachgeschmack bleibt: Gleichgeschlechtliche Eheschließungen sind in Tunesien nach wie vor illegal und die Diskriminierung von LGBTQ-Personen demnach völlig legal. Auch die vorwiegend negativen Kommentare unter dem Facebook-Post, die die Neuigkeiten unter anderem als Lüge und Zeichen des "moralischen Zusammenbruchs" bezeichnen, zeigen, dass wohl nicht von einer grundsätzlichen Verbesserung gesprochen werden kann.

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  • Quelle:
  • Noizz.de