Auch politische Zensur hat schon stattgefunden.

TikTok ist die gerade am heißesten gehandelte Social-Media-Platform der Generation Z. Die App, die regelmäßig virale Videos und Stars hervorbringt, hat jetzt aber, wie der "Guardian" aufdeckte, queeren Content gesperrt – und das sogar in Ländern, in denen Homosexualität legal ist. Umm what?!

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Wie "Dazed" berichtet, ist das wohl den lokalen Moderationsrichtlinien von TikTok geschuldet. In dem Bestreben, Inhalte standortbezogen zu moderieren, blockierte die Social-Media-Plattform tatsächlich jede Art von Content, die als Werbung für Homosexuellenrechte angesehen werden kann. Unter den gesperrten Inhalten sind beispielsweise Bilder, auf denen gleichgeschlechtliche Paare einfach nur Händchen halten.

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Und es geht noch weiter: TikTok hat spezielle Moderationsrichtlinien für Länder mit konservativem Moralkodex, beispielsweise wird Nacktheit in orthodoxen Ländern stark zensiert. Dann gibt es sogar einige Länder, für die noch einmal ganz eigene Regeln gelten – dazu gehört beispielsweise die Türkei. Und diese Regeln haben es in sich.

In der Türkei blockt TikTok nämlich einfach mal jede Kritik an Präsident Recep Tayyip Erdoğan – ja, nee, is' klar. Darf's zur Zensur der Meinungsfreiheit vielleicht noch etwas Homophobie sein? Say no more! Auch in den Türkei-spezifischen Richtlinien findet sich natürlich ein fetter Absatz zur Zensur von Darstellungen von Homosexualität.

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Schauen wir uns das mal genauer an. Verboten sind: "Intime Aktivitäten (Händchen halten, berühren, küssen) zwischen homosexuellen Liebhabern", "Berichte von homosexuellen Gruppen, inklusive Nachrichten, Charakteren, Musik, TV-Shows, Bildern","Schutz von Homosexuellen-Rechten (Parade, Slogan)" und "Förderung von Homosexualität". Na Prost.

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'TikTok kann ja nichts für die Gesetze in der Türkei!', möchte jetzt vielleicht der ein oder andere einwerfen. Tatsächlich geht die Social-Media-Platform aber viel weiter als den reinen Rechtsschutz der User: In der Türkei gibt es zwar einige Einschränkungen für die LGBTQ+-Community, schwul sein ist aber gar nicht illegal.

Dabei wurde erst vor wenigen Tagen aufgedeckt, dass TikTok, das im Besitz der chinesischen Firma ByteDance liegt, China-kritische Videos zensiert. Aua. Mittlerweile beteuert die Firma, diese Zensur aufgehoben zu haben. Auch gegen die jüngsten Anschuldigungen wehrt sich die Plattform in einem Statement: "Die genannten Leitlinien für LGBTQ+-Inhalte in der Türkei werden nicht mehr verwendet, und wir haben seitdem erhebliche Fortschritte bei der Entwicklung eines robusteren lokalisierten Ansatzes gemacht."

TikTok wird derzeit von einem sehr jungen Publikum genutzt, und mediale Repräsentation ist gerade für diese Zielgruppe extrem wichtig. Bleibt zu hoffen, dass TikTok seine Versprechungen einhält und die alten Leitlinien für LGBTQ+-Inhalte wie behauptet beerdigt hat. Die neuen Richtlinien geben allerdings weiterhin Anlass zur Besorgnis: Lokalen Moderatoren ist es jetzt erlaubt, subjektiv, also mehr oder weniger frei nach Laune, Content zu zensieren, was am Ende wieder zur Sperrung von queeren Inhalten führen könnte.

  • Quelle:
  • Noizz.de