Geil – endlich eine offene LGBTQ-Figur in einem Pixar Film. Schön, dass endlich mal ein gleichgeschlechtliches Paar in diesem bunten Kinderkosmos auftaucht. Super, dass Kinderfilme Diversität abbilden und sich damit für eine tolerante Gesellschaft engagieren ... Tja, falsch gedacht. Warum "Onward" nun in einigen Ländern verboten wird.

Was haben wir uns alle gefreut, als E-N-D-L-I-C-H ein ganz offen homosexueller Charakter das Pixar-Universum bereichern sollte. In dem neuen Animationsfilm "Onward" wird die Geschichte von zwei Elfen-Brüdern erzählt, die noch einmal einen Tag mit ihrem bereits verstorbenen Vater verbringen können. In dieser Geschichte ist auch eine Zyklopenfrau mit dabei. Die ist Polizistin und mit einer Frau zusammen. Das geht aus einem Gespräch hervor. Schon in vorherigen Pixar-Filmen gab es Vermutungen und Andeutungen auf gleichgeschlechtliche Paare, so deutlich wagten sich die Filmemacher aber noch nicht vor.

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"Onward"-Verbote in verschiedenen Ländern

Was in unserer Redaktion für große Freude sorgte, führte nun allerdings dazu, dass der Film in einigen Ländern verboten wurde. Kuwait, Katar, Saudi-Arabien sowie im Oman entschied man sich gegen den Kinofilm "Onward". Dort stehen homosexuelle Liebesbeziehungen unter Strafe und werden teilweise sogar mit der Todesstrafe geahndet (in Sau-Arabien). In Russland wurde die besagte Konversation kurzerhand zensiert und die Synchronstimme das statt "Meine Freundin" einfach "mein Partner", was der Figur natürlich all seine Bedeutungskraft nimmt. An und für sich ist Homosexualität in Russland nicht verboten, dafür aber eine gleichgeschlechtiche Eheschließung, die sogar in der Verfassung als illegal aufgenommen wurde,. Dementsprechend ist Queerness gesellschaftlich ein absolutes Tabu und auch eine positive Darstellung von Homosexualität in den Medien ist gesetzlich verboten.

Man kennt's ja – kaum liest man von einem gleichgeschlechtlichen Paar, ändert sich die Sexualität und wenn ein Regenbogen am Himmel steht, sollten Mütter ihren Kindern die Augen zu halten, um ihre fragilen, konservativen Wahnvorstellungen zu schützen.

Auch in Amerika gab es eine Protestaktion von konservativen Müttern "Disney hat beschlossen, politisch korrekt zu sein, anstatt familienfreundliche Programme anzubieten. Disney sollte bei Unterhaltung bleiben, statt eine Agenda voranzutreiben", schreibt One Million Moms auf der eigenen Webseite in einem Beitrag zu dem neuen Animationsfilm "Onward", der "alle Eltern alarmieren" soll.

In Deutschland landete "Onward" übrigens auf Platz 2 der hiesigen Kino-Charts.

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Quelle: Noizz.de