Inklusive Elektroschocks ...

Ende 2019 ist in Deutschland über einen Gesetzesentwurf entschieden worden, auf den viele Menschen seit Langem warteten: Sogenannte Konversionstherapien sollen, zumindest größtenteils, verboten werden. Das Ziel dieser "Therapien": Die sexuelle Orientierung oder die selbstempfundene geschlechtliche Identität einer Person gezielt zu verändern oder zu unterdrücken. Dass dieses Gesetz von Politiker*innen befürwortet wurde, setzte ein klares Zeichen: LGBTQI*-Personen, sind gut so, wie sie sind.

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Doch während Deutschland in Sachen LGBTQI*-Schutz einen Schritt nach vorne macht, müssen queere Menschen in China noch immer fürchten, von ihren eigenen Familien zur Konversionstherapien gezwungen zu werden. Das ergab ein Bericht der Menschenrechtsgruppen Public Interest Law Center on Equal Rights for LGBTI und Beijing Gender.

Laut der Agentur Reuters ist in dem Bericht von 96 Zentren und Krankenhäusern in ganz China die Rede, die eine solche "Therapie" anbieten. Die Menschenrechtsgruppen hätten zudem Gesundheitsbehörden in 25 Städten mit derartigen Zentren befragt, ob sie Maßnahmen gegen die LGBTQI*-feindlichen Praktiken ergriffen hätten – 17 der städtischen Behörden hatten dies nicht getan. "Es ist nicht nur kommerzieller Betrug, sondern eine Handlung, die die Rechte der Menschen verletzt", sagte Wang Zhenyu, Leiter des Public Interest Law Center für LGBTI.

Seit Jahren nicht mehr als psychische Störung gelistet

Denn offiziell gilt Homosexualität in China schon seit 2001 nicht mehr als psychische Störung. Immer wieder gab es jedoch Angriffe seitens der Regierung auf die LGBTQI*-Community des Landes: Sei es die Zensur von queeren Inhalten im Internet oder gar der Versuch eines Verbots von queeren Medien.

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Zudem gibt es auch Berichte von Personen, die ohne Einwilligung von ihrer eigenen Familie in Konversions-Zentren gesteckt wurden. Der Aktivist Peng Yanzi berichtete sogar, dass er 2014 zu einer Elektroschocktherapie gezwungen wurde – woraufhin er das betreffende Krankenhaus vor Gericht brachte und gewann.

Ein kleiner Erfolg, der zumindest ein wenig Hoffnung darauf macht, dass sich die Lage für LGBTQI*-Personen in China verbessern könnte.

  • Quelle:
  • Noizz.de