Eine queer-feindliche Regierung und etliche Gemeinden, die "LGBTQ-freie Zonen" ausrufen, machen der queeren Community in Polen seit Monaten zu schaffen. Das LGBTQ-Netzwerk von Axel Springer hält jetzt mit einer Aktion für "LGBTQ-safe Zonen" gegen die Diskriminierung.

Die Lage für die LGBTQ-Community in Polen hat sich im vergangenen Jahr weiter zugespitzt. Nicht nur sitzt an der Spitze unseres Nachbarlands durch die Wiederwahl Andrzej Dudas ein queer-feindlicher Präsident. Auch im Vorfeld der Wahl ging es in dem katholisch geprägten Land drunter und drüber.

2019 hatte die geplante Aufklärungskampagne zum Schutze sexueller Minderheiten durch den Bürgermeister Warschaus, Rafal Trzaskowski, zu einer Welle von Gegenreaktionen geführt. Etliche Gemeinden riefen "LGBTQ-freie Zonen" aus. Anstoß dafür gab das nationalkonservative Politik-Magazin "Gazeta Polska". Mit der Ausgabe vom 24. Juli kündigte das Blatt an, "LGBTQ-freie Zonen"-Aufkleber beilegen zu wollen.

Ende 2019 stimmte das Europäische Parlament zwar für eine Verurteilung dieser Zonen. Ein bitterer Nachgeschmack und ein klares Signal der Ausgrenzung bleiben trotzdem. Als Reaktion auf die menschenverachtenden Maßnahmen, will das LGBTQ-Netzwerk queer:seite von Axel Springer nun ebenfalls Sticker verteilen. Sticker, die genau das Gegenteil bezwecken. Sie erklären den Ort, an dem sie kleben, als Safe Space für Queers.

Bei Axel Springer gibt es keine "LGBTQ-freien Zonen" – nur Safe Spaces

Die Sticker sollen vor allem eines: "Symbolisieren, dass jeder Teil der Axel-Springer-Familie ein sicherer Platz für LGBTQ+-Personen ist", schreibt queer:seite-Mitglied Simon Durchholz. Und weiter: "Sowohl Kund*innen als auch Mitarbeiter*innen sollen verstehen, dass wir darauf hinarbeiten jede Person ungeachtet von ethnischer Herkunft, Hautfarbe, Geschlechtsidentität, Religion, Staatsangehörigkeit, sexueller Orientierung oder sozialer Herkunft zu behandeln."

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Klar ist auch, dass es mit einer Sticker-Aktion nicht getan ist. Das sieht auch das Netzwerk queer:seite so: "Gerade in einem großen Konzern wie Axel Springer wird dies nicht über Nacht passieren. Wir alle haben unseren Teil dazu beizutragen, damit unsere vereinbarten Werte nicht nur dahin geschriebene leere Worthülsen sind, sondern auch so gelebt werden."

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Auch NOIZZ setzt sich für LGBTQ-Rechte und gegen die queerfeindlichen Zonen in Polen ein

Du möchtest auch ein Zeichen gegen die "LGBTQ-freien Zonen" in Polen setzen? Mit dem LGBTQ-Instagram-Filter von NOIZZ kannst du das, zumindest symbolisch. Dass es für eine wirkliche Veränderung mehr braucht als ein Instagram-Feature, darauf können wir uns alle einigen. Und trotzdem: Eine Bewegung nimmt oft erst durch einen symbolischen Akt an Fahrt auf. So geschehen vor wenigen Monaten im Fall George Floyd. Nach dem grausamen Mord des Schwarzen durch US-Polizisten, teilten Millionen Menschen ein schwarzes Kästchen und Informationen über rassistische Diskriminierung im Netz.

Auf dem NOIZZ-Instagram-Account findest du den Filter und kannst ihn direkt ausprobieren. Er verwandelt ein Ortsschild in eine LGBTQ-Zone! Benutze ihn, auch wenn gerade du nicht in deinem kleinen Heimatdorf bist; der symbolische Akt zählt! Im Idealfall teilst du in dem Zuge auch noch wichtige Informationen, beispielsweise aus diesem Artikel, die deine Bubble sensibler für die Situation in Polen macht.

lsk

  • Quelle:
  • Noizz.de