Er bezeichnet sich als "Son of God" und hat seine eigene Freikirche "The Voice of Evangelism" gegründet – und meint ernsthaft, dass gleichgeschlechtliche Ehen Schuld an der Corona-Pandemie sind, als eine Art Gottesstrafe. Nun wurde der millionenschwere Pastor Perry Stone von seiner Kirche beurlaubt. Der Grund: Er soll Mitarbeiterinnen sexuell belästigt haben.

US-amerikanische Freikirchen haben per se den Ruf, extrem konservativ zu sein. Sie sind gegen gleichgeschlechtliche Ehen und auch bei dem Wort Feminismus gehen bei Anhängern der Glaubensgemeinschaft wohl gleich eine Million Alarmsirenen los. Trotzdem ist es ein lukratives Geschäft: So konnte der 61-jährige Perry Stone als Pastor seiner selbstgegründeten Kirche "Voice of Evangelism" in Tennessee mit seinen konservativen Ansichten bereits Millionen Dollar schöpfen.

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Dabei ist Stone wohl einer der queer-feindlichsten Geistlichen in der Szene. Erst im März behauptete er ernsthaft in einer online ausgestrahlten Predigt seiner Kirche, dass gleichgeschlechtliche Ehen sowie Abtreibungen an der Corona-Pandemie schuld seien – das Virus sei eine Strafe Gottes dafür. Bei jemanden, der solchen Blödsinn als Wahrheit verkauften will, überrascht es dann auch irgendwie leider nicht, dass gegen Perry Stone nun Vorwürfe der sexuellen Belästigung aufgetaucht sind.

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Seine Kirche beurlaubt ihn erstmal

Die Vorwürfe scheinen so erdrückend zu sein, dass ihn seine eigene Kirche, The Voice of Evangelism, laut dem Online-Magazin "LGBTQ-Nation" erstmal für ein Jahr hat beurlauben lassen – wohl in der Hoffnung, dass Gras über die Sache wächst und man sich außergerichtlich mit den wohlmöglichen Opfern einigen kann. Die Vorwürfe wegen sexueller Belästigung von mehreren seiner weiblichen Angestellten tauchten kurz nach der provokativen Corona-Predigt auf.

Stone selbst schweigt zu den Details, entschuldigt sich aber bei seinen Mitarbeiterinnen und bittet um Vergebung für sein Fehlverhalten, sollte er sich aus Sicht der Opfer unangemessen verhalten haben. Er gab in einem Statement zu, manchmal unangemessene Äußerungen von sich gegeben zu haben und in manchen Fällen ein ebenso unangemessenes Verhalten gegenüber seiner Mitarbeiterinnen an den Tag gelegt habe. So heißt es in dem Statement von ihm:

"Ich habe natürlich Gott gebeten, mir zu vergeben. Ich habe mich mit meiner Familie zusammengesetzt, mit meiner schönen, kostbaren Frau Pam, der Liebe meines Lebens. Ich bat sie, mir zu vergeben. Und ich bitte sehr demütig und sehr aufrichtig diejenigen, die durch meine Handlungen verletzt oder beleidigt wurden, mir bitte auch diese Dinge zu vergeben."

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Millionenschweres Kirchen-Imperium, das offen die queere Szene hasst

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Der Aufsichtsrat der Kirche gab bekannt, dass es keine Anklagen vor Gericht gebe, sondern dass es sich zunächst nur um Beschwerden in der Gemeinde handele. Man wolle nun mit allen Beteiligten die Vorwürfe klären. Bis dahin sei Stone beurlaubt. Er sei von all seinen Ämtern zunächst zurückgetreten.

Perry Stone hat "The Voice of Evangelism" bereits 1979 gegründet. Seine Bücher sind in der US-christlichen Gemeinde Bestseller, seine Predigten schauen sich online Millionen Menschen an. Dadurch nimmt er Millionen ein – im Jahr 2013 etwa konnte seine Gemeinde eine christliche Universität bauen lassen. Für die 22 Millionen Dollar Baukosten für das Campus-Gelände, musste die Kirche keinen Kredit aufnehmen.

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Quelle: Noizz.de