Auch durch Mode-Statements können wir Selbstwert lernen.

Wie in den letzten Jahren hat Levi's auch diesen Juni, dem Pride-Month, eine Pride-Kollektion zu Ehren der LGTBQ-Community herausgebracht. Unter dem Motto "BE PROUD. BE BOLD. BE YOURSELF." sollen alle die Möglichkeit bekommen, die eigene Individualität zum Ausdruck zu bringen.

Im Zentrum der Kollektion steht diesmal das "I AM" T-Shirt für einen selbstbewussten Auftritt und das deutliche Statement zu sich selbst zu stehen. In der Kollektion sind neben Caps, Bandanas und Hosenträgern auch Klassiker, wie die 501 Jeans oder die Jeansjacke vertreten. Alles natürlich in bunter Regenbogen-Optik.

Als Teil der Kampagne veröffentlichte Levi's dieses Mal auch Videos von Aktivisten und Pionieren der LGTBQ-Gemeinde. In 30-sekündlichen Videos geben die Auserwählten des "2018 Pride Cast" Statements ab, wie die Pride-Bewegung sie beeinflusst hat, wie sie zu sich selbst gefunden haben und was sie für die Community erreichen wollen – ausgestattet mit der neuen Levi's-Kollektion.

Eine ähnliche Kollektion hat auch Modegigant H&M kürzlich auf den Markt gebracht. Die "Pride Out Loud"-Kollektion wurde als Teil der von der UN organisierten "Free & Equal"-Kampagne gegen Homo- und Transphobie entworfen und von verschiedenen bekannten Gesichtern der LGTBQ- Gemeinde begleitet. 10 Prozent der Erlöse sollen an die Kamapgne gespendet werden.

Dass das scheinbare Wohltätigkeit der Modefirmen auch kritisch gesehen wird, zeigt etwa der Blog Dandy Diary mit einem Kommentar zum sogenannten "H&M:Rainbowwashing": „Zuletzt wurde die Feminism-Bewegung ausgeschlachtet, jetzt ist LGBTQ dran, weil trendy, mit ernsthafter Unterstützung hat all das natürlich herzlich wenig tun".

Nicht zu ignorieren ist der Fakt, dass H&M, Levi's und Co. aus den Kampagnen eine Menge Profit schlagen und die Bewegung letztendlich für sich kommerzialisieren. Ob sie mit Regenbogen- und Glitzerdesigns wirklich die Gleichberechtigung und Unterstützung der LGTBQ-Community vorantreiben, ist zweifelhaft. Vor allem geht es bei H&M wohl darum, das eigene Image ein wenig aufzubessern und was passt da besser, als auf den Zug der immer größer werdenden Pride-Bewegung aufzuspringen...

Auf Instagram erklärte Levi's, dass 100 Prozent des Reinerlöses an Organisationen geht, die die LGTBQ-Community unterstützen - wie die "Harvey Milk Foundation" oder die "Stonewall Foundation". Das Unternehmen setzt sich laut eigener Aussage bereits seit vielen Jahren für Gleichberechtigung und die Pride-Bewegung ein und ruft seine Kunden zur Unterstützung auf. Dass aber auch Levi's mit dem jährlichen Launch einer Kollektion pünktlich zu Beginn des LGTBQ-Monats Juni, nicht ganz uneingennützig handelt, bleibt trotzdem klar.

Quelle: Noizz.de