"Fette Schecks im Austausch gegen die Erschaffung von #Inhalten (aka Propaganda)"

Eine Reihe namhafter Musiker, Models und Influencer stehen derzeit in der Kritik, weil sie Werbung für das "MDL Beast"-Musikfestival in Saudi-Arabien gemacht haben. Die schweren Menschenrechtsverletzungen in dem Land und Unterdrückung von Frauen und der LGBTQ-Community sind weltweit bekannt.

Im Oktober 2018 sorgte die Ermordung des regierungskritischen Journalisten Jamal Kashoggi für Entsetzen. Das hielt die prominenten Besucher, zu denen unter anderem das Model Jazelle aka @uglyworldwide, Joan Smalls, Allessandra Ambrosio, David Guetta und Steve Aoki gehören, aber nicht davon ab, das Festival äußert wohlwollend zu promoten.

"Sechsstellige Summen für Anwesenheit und geo-tagged Posts"

Die Story wurde einer größeren Öffentlichkeit bekannt, nachdem "Diet Prada" sich der Sache annahm. In einem Post auf Instagram schrieb das als Mode-Polizei bekannt gewordene Kollektiv: “Fette Schecks im Austausch gegen die Erschaffung von #Inhalten (aka Propaganda), um das Image Saudi-Arabiens zu rehabilitieren, ein Land, das laut der Vereinten Nationen 'die schlimmste humanitäre Krise der Welt' verursacht. Anonymen Quellen zufolge wurden sechsstellige Summen für Anwesenheit und geo-tagged Posts angeboten. "

What’s worse than an all white @revolve influencer trip? Cashing big fat checks in exchange for #content creation (aka propaganda) to rehabilitate the image of Saudi Arabia, a country said to be causing “the world’s worst humanitarian crisis”, according to the United Nations. According to anonymous sources, six-figure sums were offered for attendance and geo-tagged posts. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Following the government’s pre-meditated murder of journalist Jamal Kashoggi in October 2018 , the arrest of women’s rights activist Loujain al-Hathloul in May 2018, the outing of a gay Saudi journalist and his partner who began receiving death threats from their families (homosexuality is a crime in Saudi Arabia and punishable by death), and countless other human rights abuses, a bevy of supermodels, influencers, celebrities, and musicians convened in Riyadh for the inaugural @mdlbeast . According to @hypebeast , the electronic music festival is “one of the most significant musical events the region has ever seen”. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Saudi Arabia has been spending billions to change its image in the west, but this is sure to be the most expensive campaign yet. In a series of Instagram stories posted by transgender model @teddy_quinlivan , it was revealed that fellow model @emrata had turned down the trip, evidently aware of the country’s human rights crisis. “It is very important to me to make clear my support for the rights of women, the LGBTQ community, freedom of expression and the right to a free press. I hope coming forward on this brings more attention to the injustices happening there”, said Ratajkowski in a statement to Diet Prada. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Unfortunately, not all shared the same sentiments. There are simply too many attendees to name. Dieters, feel free to tag any attendees you know of... just in case they haven’t been reading the news. • #propoganda #jamalkashoggi #humanrights #humanrightsabuse #lgbtq #lgbtqrights #freespeech #journalism #independent #womensrights #mdlbeast #edm #electronicmusic #supermodel #influencer #content #riyadh #emrata #emilyratajkowski #teddyquinlivan #model #celebrity #dj #electronicmusic #musicfestival #wtf #smh #government #corruption #dietprada

"Nach der vorsätzlichen Ermordung des Journalisten Jamal Kashoggi durch die Regierung im Oktober 2018 und der Verhaftung der Frauenrechtsaktivistin Loujain al-Hathloul im Mai 2018, dem Outing eines schwulen saudischen Journalisten und seines Partners, die von ihren Familien Morddrohungen erhielten (Homosexualität ist in Saudi-Arabien ein Verbrechen und wird mit dem Tod bestraft), und unzähligen anderen Menschenrechtsverletzungen, versammelte sich eine Schar von Supermodels, Influencern, Berühmtheiten und Musikern in Riad zur Einweihung von @mdlbeast", so "Diet Prada" weiter.

Einige Influencer haben Posts zu dem Festival mittlerweile gelöscht

Zu den Teilnehmern gehörten unter anderem außerdem Armie Hammer, Ed Westwick, Ryan Phillippe, Winnie Harlow, Stella Maxwell, Sofia Richie und Scott Disick. Auch Glamour UK berichtete mit einer gesponsorten Kampagne vom Festival. Einige Influencer haben Posts zu dem Festival mittlerweile gelöscht. Öffentliche Stellungnahmen oder Entschuldigungen gab es bisher dagegen kaum.

Nach Informationen von "Diet Prada" hat das Model Emily Ratajkowsk (@emrata) eine Einladung zum Musikfestival aufgrund der Menschenrechtsverletzungen ausgeschlagen. Gegenüber dem Kollektiv sagte das Model:

"Es ist mir sehr wichtig, meine Unterstützung für die Rechte der Frauen, die LGBTQ-Gemeinschaft, die Meinungsfreiheit und das Recht auf eine freie Presse deutlich zu machen. Ich hoffe, dass das Voranschreiten in diesem Bereich mehr Aufmerksamkeit auf die Ungerechtigkeiten, die dort geschehen, lenkt".

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Das Festival ist Teil eines 'Modernisierungsprogamms' unter Kronprinz Mohammad bin Salmam, zu dem unter anderem auch die Aufhebung des Fahrverbots für Frauen gehört. Das hat jedoch den Menschenrechtsverletzungen kein Ende gesetzt.

Nach wie vor steht beispielsweise auf gleichgeschlechtlichen Beziehungen die Todesstrafe, Frauen brauchen die Zustimmung ihres Mannes, um das Gefängnis verlassen zu dürfen oder zu heiraten.

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Quelle: Noizz.de