Sie versuchen dich mit dubiosen Methoden „umzupolen.”

Homosexualität ist keine Krankheit. Doch noch immer gibt es auch in Deutschland Vereine, die „Therapien” dagegen anbieten. Und das immer noch ganz legal. Die Bundesregierung plant nicht, das ganze zu verbieten, das geht aus einer kleinen Anfrage der Grünen hervor.

Die Grünen wollten von der Bundesregieurng nämlich wissen, was die Bundesregierung gegen solche Angebote unternimmt. Sie verweisen in ihrer Anfrage auf die schädlichen Aspekte dieser Pseudotherapien. Darunter: „soziale Isolation, Depressionen und erhöhte Suizidalität”, was auch einige Studien belegen. Einen Nachweis für die behauptete Wirksamkeit gibt es hingegen nicht. Eine Ansicht, die so übrigens auch die Bundesregierung vertitt.

Die Grünen zitieren in ihrer Anfrage auch den Weltärztebund, der solche Verfahren bereits deutlich ablehnt: „Diese ('Therapien') stellen eine Verletzung von Menschenrechten dar und sind unverantwortliche Verfahren, die zu verurteilen sind und stattdessen Sanktionen und Strafen unterworfen werden sollten. Es ist unethisch für Ärzte, an jedwedem Teil dieser Prozeduren teilzunehmen”

In Malta sind solche Pseudotherapien bereits verboten.

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Die Bundesregierung bleibt in ihrer Antwort auf die Anfrage jedoch ziemlich distanziert von möglichen Verbotsplänen. Auch für Minderjährige will die Bundesregierung die Pseudoverfahren nicht verbieten. Gerade hier warnen Experten immer wieder, dass solche „Therapien” verheerenden Schaden anrichten können.

Dass sei Sache der Länder und der dortigen Ärztekammern, genau wie bei solchen Angeboten für Erwachsene, erklärt die Bundesregierung in ihrer Antwort.

Stattdessen setzt sie darauf, die gesellschaftlich Akzeptanz für Schwule, Lesben, Trans- und Intersexuelle mit Programmen und Aufklärungsarbeit zu verbessern. Das solle dazu führen, dass ohnehin keiner mehr solche Pseudoangebote in Anspruch nimmt.

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Allerdings könnte sich die Bundesregierung durchaus deutlicher für ein Verbot aussprechen. Beispielsweise in dem sie das Thema in den Aktionsplan gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus aufnimmt und dort den Ländern und Kammern zur Umsetzung empfiehlt.

Danach gefragt sagt die Bundesregierung, dass dieser Plan derzeit noch in Arbeit sei - die konkreten Inhalte seien daher nicht klar.

Der Grüne Bundestagsabgeordnete Volker Beck, der die Anfrage mit gestellt hat, glaubt ohnehin nicht, dass es noch so weit kommt: „Der Aktionsplans gegen Homo- & Transphobie stirbt in der Koalition einen langsamen Tod. Selbst wenn er noch käme, kann nichts mehr umgesetzt werden.” Denn bald ist die Legislaturpersiode zu Ende und es gibt Neuwahlen. Neue Regierungen haben dann erst einmal eigene Schwerpunkte und Abläufe. „In der nächsten Legislatur müsste man wieder von Null beginnen”, so Beck.

Somit bleiben Angebote, die angebliche Heilung versprechen und dabei in Wahrheit viel Schaden anrichten können, weiterhin auf absehbare Zeit in Deutschland legal.

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  • Quelle:
  • Noizz.de