Homosexualität soll in Integrationskursen stärker behandelt werden.

Beim Umgang mit Homosexualität sehen Migranten in Deutschland häufig kulturelle Unterschiede zu ihrem Herkunftsland. Dies geht aus einer Befragung von 369 Asylbewerbern aus elf wichtigen Ländern hervor, die der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) und die Robert Bosch Stiftung am Donnerstag in Berlin vorstellten. Beide Themen sollten in den Integrationskursen stärker angesprochen werden, empfehlen die Autoren.

So glaubten fast neun von zehn Befragten, dass es den Deutschen "eher wichtig" oder "sehr wichtig" sei, dass homosexuelle und heterosexuelle Menschen die gleichen Rechte haben. In ihrem Herkunftsland sei das hingegen nur rund 30 Prozent der Menschen wichtig. Knapp 40 Prozent der Befragten, die Unterschiede sahen, fällt es nach eigenen Angaben "eher schwer" oder "sehr schwer", sich auf diese Unterschiede einzustellen. Unter den abgefragten Themen war dies der höchste Wert.

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Trotz wahrgenommener Unterschiede bei der Gleichheit der Menschen vor dem Gesetz oder der Gleichberechtigung von Männern und Frauen, kommen die meisten Befragten (fast 80 Prozent bzw. mehr als 70 Prozent) nach eigenen Angaben damit gut zurecht.

Die Stichprobe ist nicht repräsentativ für alle Flüchtlinge in Deutschland, bildet den Autoren zufolge aber die wichtigsten Herkunftsländer ab und damit das Gros der seit 2014 eingetroffenen Flüchtlinge.

[In Zusammenarbeit mit dpa]

Quelle: NOIZZ-Redaktion