Die Dating-App Grindr hat angekündigt, ihren "Ethnizitätsfilter" als Zeichen der Solidarität mit der "Black Lives Matter"-Bewegung zu entfernen. Der Filter wird seit Jahren als rassistisch kritisiert. Viele werfen dem Unternehmen nun Heuchelei vor.

Die Dating-App Grindr will ihre Filter-Einstellung "Ethnie" mit dem nächsten Update entfernen. Bislang konnten Nutzer beispielsweise Schwarze Menschen als potenzielle Partner ein- und ausschließen – neben Kriterien wie Alter, Gewicht und Größe. Kritik an der Ethnie als Ausschlussmerkmal gibt es schon lange, das Unternehmen hatte den Filter bisher aber immer mit dem Argument verteidigt, dass sich viele Nutzer der App nur für Angehörige der eigenen Minderheit interessierten.

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Der ehemalige PR-Chef von Grindr, Landen Zumwalt, hatte das Feature in einem Interview mit dem "Guardian" im Jahr 2018 noch wie folgt verteidigt: "Ich glaube, dass der 'Ethnizitätsfilter' rassistisches Verhalten in der App fördert, aber andere Minderheitengruppen nutzen den Filter, um schnell andere Mitglieder ihrer Minderheitengemeinschaft zu finden."

Ein Zeichen gegen Rassismus oder Heuchelei?

Mit dem Entfernen wolle man jetzt ein Zeichen setzen und die Anti-Rassismus-Initiative "Black Lives Matter" unterstützen, so Grindr auf Twitter. Bereits am Freitag positionierte sich das Unternehmen in einem mittlerweile gelöschten Tweet als Befürworter der Bewegung – und wurde heftig kritisiert: User warfen dem Konzern vor, selbst mit seinem "Ethnizitätsfilter" Rassismus zu fördern. Am Montag kündigte Grindr schließlich an, den Filter entfernen zu wollen. Einige User halten die Aktion deshalb für heuchlerisch.

Weltweit finden Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt statt.

Hintergrund sind die Proteste in den USA und anderen Ländern gegen Polizeigewalt und Rassismus nach der gewaltsamen Tötung des Schwarzen US-Amerikaners George Floyd durch weiße Polizisten.

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[Text zusammen mit: dpa]

Quelle: Noizz.de