Chef von schwuler Dating-App Grindr sagt: Ehe ist nur was für Mann und Frau

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Die Ehe für alle gibt es in Deutschland seit Oktober 2017. Foto: Toa Heftiba / unsplash.com

Ehm, ernsthaft jetzt?

„Einige denken, die Ehe sei ein heiliger Bund zwischen einem Mann und einer Frau. Ich denke auch so. Aber das ist jedem selbst überlassen.“ Diese Worte stammen nicht etwa von Horst Seehofer, sondern entstammen einem Facebook-Post des Chefs der Dating-App Grindr, die sich bekanntlich an schwule und lesbische Singles wendet.

Wie konnte es soweit kommen?

Tja, der Fauxpas kommt Scott Chen, wie der Chef von Grindr heißt, nicht gerade gelegen. In Taiwan wird aktuell über die gleichgeschlechtliche Ehe diskutiert. Ein von christlichen Bündnissen organisiertes Referendum gegen die Ehe für alle hatte Erfolg. Auf Facebook äußerte sich der Grindr-Chef in einem Kommentar dazu mit eben jenen kritischen Worten.

Weiter ging es dann mit einem Satz, der wohl entschärfen sollte, aber eigentlich alles nur noch schlimmer machte: „Manche denken, der Sinn und Zweck einer Ehe ist es, ein Kind zu bekommen, dass die eigene DANN trägt. Aber, noch einmal, das muss jeder selbst wissen.“

Die englische Übersetzung seiner Aussagen, die inzwischen wieder gelöscht sind, hat dann das Schwulenmagazin „Into“ veröffentlicht. Das gehört, ironischerweise, zu Grindr. Die Redakteure kritisierten ihren eigenen Chef.

Der wiederum äußerte sich im Magazin selbst zu den Vorwürfen. Er sei weiterhin ein Unterstützer der gleichgeschlechtlichen Ehe und von LGBT-Rechten. Seine Aussagen basieren lediglich auf seinen eigenen Erfahrungen. Das könne man ihm nicht absprechen. Für ihn gehöre es persönlich zu einer Ehe, auch Kinder zu haben. Er sei stolz, bei Grindr zu arbeiten.

Ehm, okay. Lassen wir mal so stehen.

Grindr wurde in diesem Jahr von der chinesischen Gaming-Firma Kunlun Group übernommen. Im Rahmen dessen wurde Chen Chef der App, die ihren Firmensitz in L.A. hat.

Quelle: Noizz.de

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