Er möchte damit bei konservativen Wählern punkten.

Kaum hat Trump sein Impeachment-Verfahren überstanden, geht es auch schon weiter mit seinem Wahlkampf: Am 3. November 2020 wird in den USA zum 59. Mal der Präsident gewählt. Viel zu tun also für den 45. amerikanischen Präsidenten, schließlich möchte er unbedingt wiedergewählt werden. Neben kompromisslosem Voranpreschen was seinen Mauerbau zu Mexiko angeht, sorgt der 73-Jährige auch an der LGBTQ-Front ohne Unterlass dafür, dass alle wissen: Trump ist immer noch der unmenschliche, diskriminierende und intolerante Politiker, den wir uns schon seit dem Anfang seiner Amtszeit wegwünschen.

Im Laufe seiner Amtszeit sorgte Trump bereits dafür, dass verschiedene Anti-Diskriminierungsprogramme eingestampft oder reduziert wurden, wie man hier nachlesen kann. Sie betreffen das Gesundheitswesen, Beschäftigung und den Wohnungsmarkt. Im Klartext: Seit Trump ist es wieder einfacher, Menschen mit sexueller Orientierung außerhalb der Norm zu diskriminieren. Um das auch auf höheren Ebenen zu festigen, wurden seit Trumpie-Boi mehr Anti-LGBTQ-Bundesrichter ernannt.

Das HHS (Department of Health and Human Services) verteilt jährlich mehr als 500 Milliarden Dollar an Organisationen. Damit soll die Gesundheitsversorgung der Amerikaner*innen gefördert werden. Auch hier macht sich eine schleichende, wenn auch klare Diskriminierung von Mitgliedern der LGBTQ-Community deutlich. So wurden sechs Verordnungen, die die Diskriminierung von LGBTQ-Personen in der Krankenversicherung und der Altenpflege verbieten, im letzten Jahr aufgehoben.

Ende des letzten Jahres veröffentlichte das HHS einen weiteren Regelungsvorschlag, der im Prinzip die Diskriminierung von LGBTQ-Personen erlaubt. Wenn auch bislang nur als Vorschlag und andersherum formuliert: Es handelt sich um eine Bestimmungen, die das ausdrückliche Verbot aufhebt, dass HHS bezuschusste Organisationen keine Lesben, Schwule, Transpersonen, Queere oder sexuell undefinierte Personen diskriminieren dürfen. Selbst wenn derartige Bestrebungen am Ende teilweise nicht durchkommen – die Message, die hierbei ausgesandt wird, ist eindeutig.

Schon 2017 startete die Trump-Regierung außerdem ihren Feldzug gegen Transgender-Rekruten beim amerikanischen Militär. Trump drängte darauf, der Supreme Court entschied dafür. Eine Schlinge, die sich seither immer weiter zusammenzieht: Es bangen Tausende Betroffene um ihren Job, wie man hier nachlesen kann.

Es ist absehbar, dass Trump diesen unmenschlichen Kurs auch weiterhin fahren wird. Er möchte schließlich seine konservativen Wähler glücklich machen. Das zumindest ist anzunehmen, wenn man den jüngsten Schlag gegen Minderheiten betrachtet: Vizepräsident Mike Pence besuchte einen Gottesdienst, auf dem er auch eine kurze Rede hielt. Gefolgt wurde diese von Bishop Terry Wayne Taylor, der in seiner Predigt Menschen der LGBTQ-Community einen innewohnenden dämonischen Geist attestierte. Seiner Meinung nach wird von etwa Lesben und Schwulen die heilige Basis der Ehe und Familie zerstört – also natürlich von dem teuflischen Geist, der diese Personen besetzt. Schlimm genug? Es kommt noch besser: Der Gottesdienst wurde live über die Youtube-Plattform des Weißen Hauses gestreamt und kann dort auch immer noch angeschaut werden, wie in diesem Artikel berichtet wird.

Es sind viele Kleinigkeiten, die das Leben von Menschen der LGBTQ-Community in Amerika erschweren. Zumal mit diesen einzelnen Maßnahmen Fortschritte zunichtegemacht werden, für die Menschen teilweise jahrzehntelang gekämpft haben. Der Weg in Richtung Gleichberechtigung und Gerechtigkeit wurde durch die Trump-Regierung jedenfalls immer steiniger. Es ist zu hoffen, dass Amerika sich im November dieses Jahres für Liebe und Miteinander und nicht für Ausgrenzung und Hass entscheidet.

>> Demokratin Pelosi zerreißt Trumps Rede – und das Internet feiert die Frau dafür

>> Billy Porter kritisiert Trumps LGBTQ-Diskriminierung aufs Schärfste – in "State of Union"-Rede

Quelle: Noizz.de