New Yorks Bürgermeister spricht von einer Situation wie zu Kriegszeiten. Den berüchtigten Trump-Fan Lucian Wintrich hielt die Ausnahmesituation aber nicht von einer Corona-Party in seiner schicken New Yorker Wohnung ab.

In New York herrscht gerade Ausnahmezustand – keine andere Stadt der Vereinigten Staaten ist so heftig vom Coronavirus getroffen wie die Millionenmetropole. Zum heutigen Standpunkt sind dort über 43.000 Menschen an Covid-19 erkrankt und die Zahl nimmt rasant zu. Am Sonntag sagte der Bürgermeister Bill de Blasio sogar, in New York fühle es sich "wortwörtlich an wie zu Kriegszeiten". Mitten in diesem Ausnahmezustand hat der berüchtigte Trump-Fan Lucian Wintrich zu einer Corona-Party in seiner schicken Wohnung im East Village eingeladen.

Lucian Wintrich ist Anhänger der radikal-rechten Alt-Right-Bewegung und ehemaliger Korrespondent des Weißen Hauses für die rechtsextreme Nachrichten- und Meinungsseite "The Gateway Pundit". Er gehörte zu den ersten Mitgliedern des Pressekorps des Weißen Hauses, die offen schwul lebten. Der 31-Jährige sorgte 2016 außerdem mit der Kunstaktion "Twinks4Trump", die junge, vorwiegend homosexuelle Männer lediglich mit "Make America Great Again"-Mützen bekleidet zeigte, für Aufsehen.

"Wascht euch nicht die Hände"

"Sie können nicht alle testen", hieß es in der Einladung, die Wintrich an eine ausgewählte Gruppe schickte – das berichtet die "New York Post". Und: "Wascht euch nicht die Hände. Bringt euer Lieblingsgericht mit!" Auf der Einladung zum "Corona Potluck" ist außerdem das Bild eines Jungen mit Windpocken zu sehen und eine Gabel, die in einer Coronavirus-Spore steckt. Der Einladung sind rund 20 Menschen nachgekommen, die dann vor zwei Wochen in Wintrichs Wohnung trotz Corona feierten.

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Idee basiere auf "Windpockenpartys"

Gegenüber der "New York Post" verteidigte Wintrich seine Party: "Die Mehrheit der Leute, die ich eingeladen habe, würden sich, wenn sie es bekommen würden, ziemlich schnell erholen und eine Immunität gegen die gegenwärtige Form von Covid-19 aufbauen", so Wintrich. Seine Idee basiere auf "Windpockenpartys" aus den Neunzigerjahren. Zudem habe niemand auf der Party absichtlich versucht, jemanden anzustecken. "Die Quarantäne selbst ist in gewissem Maße ernst zu nehmen. Ich würde mich nicht mit Leuten über 50 Jahren herumtreiben und riskieren, die Schwächeren zu infizieren", sagte Wintrich.

Ein anonymer Partygast zeigte sich gegenüber der "Post" weniger zurückhaltend: "Als Großbritannien während des Blitzangriffs von Nazi-Deutschland bombardiert wurde, waren die fucking Geschäfte trotzdem offen. Die Leute kämpften um ihr Leben. Wir bekommen eine Grippe und wir machen alles dicht. Wir haben unsere Bürgerrechte vollständig abgegeben und jeder, der ein normales Leben führen will, wird halb geächtet."

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Quelle: Noizz.de