Die Pride-Flagge der bisexuellen Community ist zu einem Symbol für viele geworden. Jetzt behauptet eine Organisation allerdings, die Flagge würde einzig und allein ihnen gehören – und will nun, das andere dafür zahlen.

Neben der bekannten Regenbogen-Flagge der LGBTQI*-Community gibt es auch die Flagge der Bisexuellen. Obgleich sie womöglich weniger bekannt ist als die bunte Pride-Flagge, sie ist über die vergangenen zwei Jahrzehnte zu einem angesehenen Symbol für die Community von Bisexuellen geworden. Dadurch wird das Symbol natürlich auch auf verschiedenste Arten und Weisen benutzt – doch dem will die Organisation BiNet, eine Anlaufstelle für bisexuelle Menschen, nun ein Ende setzen, denn sie behaupten: Das Design der Flagge würde ihnen alleine gehören.

Auf einer Pride Parade in London

Die Bi-Community ist empört

Alle anderen, die die Flagge benutzen, sollen BiNet um Erlaubnis beten und sich die Rechte erwerben. So zum Beispiel die bisexuelle Aktivist*in Jayne B. Shea, die die Flagge in ihrem Logo benutzt. Die wurde gestern von der Organisation aufgefordert, die Flagge von ihren Seiten zu entfernen, bis sie sie rechtmäßig benutzen dürfte.

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Die Community reagierte sehr verärgert über BiNets Forderung, und argumentierten, das Symbol könne sich keine Organisation zu Eigen machen.

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Die meisten sind sich einig, dass die Flagge für eine Bewegung steht, nicht für BiNet.

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Tatsächlich wurde die Flagge von einem Mann namens Michael Page ins Leben gerufen. Der ist der Gründer des BiCafés, einer Treffstelle für bisexuelle Menschen und auch ein Mitglied von BiNet. Die Flagge designte er für das Jubiläum des BiCafés im Jahr 1998. Wie genau sich der "Besitz" der Flagge dann auf BiNet übertragen haben soll, ist unklar. Doch die Organisation behauptet vehement, dass die Flagge ihnen gehöre. Auf Twitter schreiben sie: "Es ist eine Schande, dass die jüngere Generation von Bi-Aktivisten es so lange nicht recherchiert hat, aber die #biprideflag ist bedeutungsvoll und gehört uns" – mit "uns" meint BiNet Kontext-bedingt ihre Organisation, nicht die bisexuelle Community im Ganzen.

BiNet behauptet, sie würden das Geld brauchen

Alle, die jetzt noch diese Flagge ohne Erlaubnis von BiNet benutzen, sollen demnächst rechtliche Konsequenzen erwarten, so die Organisation über Twitter. Sie behauptet, dass sie das Geld aus der Lizenzierung der Bi-Flagge brauchen würden, um zu überleben, und das Michael Page, der Designer der Flagge, selbst gesagt hätte, er sei schockiert, dass BiNet kein Geld mit der Flagge machte.

Auf Twitter erklärt die Autorin Courtney Milan a.k.a. Heidi Bond, dass die Drohungen der Organisation allerdings kaum realisierbar wären. BiNet würde weniger als 50.000 Euro im Jahr machen, was auch heißen würde, dass sie sich eine Klage gar nicht leisten könnten, selbst wenn eine Anwaltskanzlei den Fall als Pro-Bono-Fall annehmen würde. Davon mal abgesehen, dass sie eher mit einer Gegenklage rechnen müssten, die die Organisation ins Bankrott zerstören könnte.

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Selbst wenn BiNet seine Forderungen und Drohungen zurücknehmen sollte – ob sie jemals die Gunst der Bi-Community wiedergewinnen kann, ist nun wohl in der Schwebe.

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Quelle: Noizz.de