Der Schritt soll für mehr Diversität sorgen.

Wir alle wünschen uns eine Gesellschaft, in der jede und jeder akzeptiert werden kann, so wie er oder sie ist. Das ist schon schwierig genug, wenn man einer weißen, heterosexuellen Mehrheit angehört, noch problematischer ist das aber im Alltag von Minderheiten. Für einen Transmann oder etwa eine nonbinäre Person, die rein biologisch gesehen eine Frau ist, kann dann schon das Thema Periode ein Stück Ausgrenzung bedeuten.

Seine Tage zu haben, ist so schon nervig genug. Man hat Krämpfe, fühlt sich aufgedunsen, man fühlt sich, als schlachte der Körper einen selbst – und dann muss man sich auch noch jede Menge Klischees stereotypischer Weiblichkeit beim Marketing der Monatshygieneprodukte reinziehen. Wie sehr das erst eine Person nerven muss, die zwar menstruiert, sich aber eigentlich nicht als Frau identifiziert ...

Zumindest einer der größten Bindenhersteller weltweit, Always aus dem Hause Protector & Gamble (P&G), macht damit jetzt Schluss. Gut, die Werbeclips zeigen immer noch utopischerweise Frauen in superengen, weißen Leggins, die krassen Sport machen (wer bitte macht dass, wenn man seine Tage hat?!), aber – Trommelwirbel: Das Venuszeichen ist von ihren Verpackungen verschwunden.

Der Hersteller reagiert damit auf wiederholte Beschwerden aus der Szene – vor allem von Transsexuellen und Genderqueeren, die sich zwar nicht als Frauen identifizieren, aber trotzdem menstruieren.

Das Venussymbol, ein Kreis mit einem Kreuz darauf, stand für sie als Symbol für das weibliche Geschlecht. Wer meint, das Zeichen noch nie auf einer der Verpackungen gesehen zu haben, muss sich nicht wundern. Zum einen ist es nicht Teil aller Always-Produkte und auch nur auf den Einzelverpackungen der Binden abgedruckt.

Stattdessen gibt es wohl jetzt eine einfache farbige Einzelverpackung mit dem Markenlogo. Bis Anfang nächsten Jahres sollen alle Produkte umgestellt werden, sagt P&G. Sollte keinen stören. Denkste. Was folgte, war ein Shitstorm von der anderen Seite, die sogar dazu aufruft, die Marke zu boykottieren. Die Begründung: Die Marke werde so gezwungen, Weiblichkeit aufzugeben und handle antifeministisch.

Uff ... wer schon mit der Feminismus-Fahne schwenkt, sollte doch eher Toleranz für alle propagieren. Wer Menstruationstassen oder Schwämme benutzt hat mit aggressiven Weiblichkeitsmarketing eh weniger Probleme.

Allerdings bleibt für alle Binden-Nutzer*innen ein Problem weiterhin: In den meisten Supermärkten werden die Produkte von Always und Co. wohl nach wie vor in der Abteilung "Damenhygiene-Artikel" zu finden sein.

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Quelle: Noizz.de