Erschaffen als Kunstprojekt!

Es gibt die verschiedensten Fruchtbäume, allein in Deutschland. Apfelbäume, Birnbäume, Pflaumenbäume, Walnussbäume und viele mehr. Bei all der Artenvielfalt halten sich die Bäume allerdings an eine strikte Regel: Jeder Baum produziert nur eine Sorte. Diese Regel schien Wissenschaftler und Künstler Sam Van Akten nicht besonders zu gefallen. Er kreierte von 2008 bis 2014 den „Baum der 40 Früchte“. Einen Baum, der 40 verschiedene Steinfrüchte trägt.

Im Jahr 2008 begann Van Akten für ein Kunstprojekt einen mehrfarbigen Baum zu züchten. Das erwies sich schnell als langjähriger Prozess.

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Baum der 40 Früchte – Diagram Foto: Screenshot aus YouTube-Video „The tree of 40 fruits“

Auf diesem Bild sieht man das Arbeits-Diagram von Van Akten. Es zeigt, an welcher Stelle des Baumes welche Frucht wächst. Das Diagram selbst sieht schon aus wie ein Kunstwerk und lässt erahnen, wie farbenfroh der tatsächliche Baum wird.

Das Prinzip, nach dem Van Akten die verschiedenen Sorten miteinander gekreuzt hat, nennt sich „Pflanzenveredelung“. Dabei wird ein Teil einer Pflanze (zum Beispiel der Ast eines Obstbaums) auf eine andere Pflanze transplantiert (zum Beispiel auf den Ast eines anderen Obstbaums). Von dort wächst der Ast (im besten Fall) dann genau so weiter, wie bisher. Das Ergebnis: zwei verschiedene Sorten in einer Pflanze.

Van Akten hat genau diesen Prozess mehrfach wiederholt. Zudem musste er die verschiedenen Blütezeiten analysieren und hat den Baum so gestaltet, dass alle 40 Früchte zur gleichen Zeit blühen und getragen werden. Das Ergebnis? Wunderschön.

Ein Baum der 40 Früchte Foto: Screenshot YouTube-Video

Hier sieht man die Äste des Baums während ihrer Blütezeit. Verschiedene Blütenfarben gehen ineinander über.

Mit dem Projekt hat nicht nur einmalig schöne Bäume gezüchtet, gleichzeitig hat er auch etwas für das Bewusstsein über Monokulturen und die Vielfalt von Steinfrüchten getan. In unseren Supermärkten finden wir nämlich nur einen Bruchteil dessen, was die Natur tatsächlich zu bieten hat.

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Quelle: Noizz.de