Ein Plädoyer zum Welttag des Buchs.

Wann hattest du zum letzten Mal ein Buch in der Hand? Nicht, weil du olle Schulpflichtlektüre oder trockene Seminarliteratur lesen musstest – sondern weil du wolltest? Wenn du jetzt schon die Augen verdrehst, dann wird dieser Text schwer für dich. Denn dies ist ein Aufruf an alle, endlich die Smartphones beiseite zu legen, die nächste Buchhandlung/Bücherei aufzusuchen, sich zuhause einen Tee zu machen und dann verdammt nochmal zu LESEN!

Denn das Buch ist leider bedroht. Laut einer Umfrage der der Statista haben im Jahr 2015 nur noch knapp ein Drittel der Jugendlichen täglich oder mehrmals pro Woche ein Buch gelesen. Eine weitere Statistik zeigt, dass ein Viertel der Befragten nie ein Buch zur Hand nehmen. Das ist eine traurige Tatsache. Denn Lesen ist so viel mehr, als auf ein totes Stück Holz zu starren und dabei zu halluzinieren.

Zum einen ist Lesen ganz klassisch der Weg zur Bildung. Ein Hoch auf die nichtexistente Digitalisierung in Schulen, so wird das Schulbuch nicht so schnell aussterben (wobei man trotzdem überdenken sollte, ob 15-Jährige etwas mit Lessings „Emilia Galotti“ anfangen können).

Lesen lehrt gesunden Menschenverstand und viel mehr!

Es geht beim Lesen aber meistens nicht um klassisches Wissen – ein Beispiel: Zwar ist Lesen im Kern keine sonderlich soziale Sache, jedoch kann man erstaunlich viele soziale Kompetenzen aus Büchern lernen – etwa aus Ron Weasleys Hin und Her zwischen Treue und Neid, Jay Gatsbys Gastfreundlichkeit, den Gesprächen des kleinen Prinzen mit dem Fuchs.

Bücher lehren gesunden Menschenverstand. Schließlich waren wir nach Twilight zumindest um die Lektion reicher, dass man nicht zu dem „Menschen“ gehen sollte, der verrückt nach deinem Blut ist. Die Grimmschen Märchen dienen genau dem gleichen Zweck.

Bücher sind persönlich, sie sind einzig und allein für die Person da, die sie in der Hand halten. Sie sind befreit von sämtlichem Schrott. Von Hasskommentaren, Pop-up-Werbung, Videos, Ablenkung. Dafür setzen sie ganz viele eigenen Gedanken und persönliche Auseinandersetzungen frei.

Das Lachen, wenn der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand durch seine Flucht eine Staatskrise auslöst. Die Empörung über eine schlechte Handlung. Der enttäuschende, manchmal aber auch befreiende Moment, wenn man den letzten Satz gelesen hat. Der Tod Fred Weasleys!

Lesen ist Macht. Man stelle sich, Donald Trump würde mehr als nur die erste Seite von Briefings lesen. Dann wäre unsere Welt deutlich entspannter und Herr US-Präsident würde afrikanische Länder nicht mehr als „Dreckslöcher“ bezeichnen. Oder er würde ein wenig mehr über Rassismus in dem Land verstehen, das er regieren soll – hätte er „Wer die Nachtigall stört“ eine Chance gegeben.

Das Buch hat zudem einen langen Weg hinter sich, wenn du es in der Buchhandlung anschaust und es dich fast anfleht, es zu kaufen und somit vom Papierschredder zu bewahren. Würdige es und lies es!

Am Ende geht es einfach darum, mehr als 280 Zeichen Literatur zu konsumieren – egal ob auf Papier oder via E-Book. In eine Geschichte einzutauchen. Eine reale Lektion aus der Fiktion zu ziehen. Oder ein Sachbuch zu lesen und dann mehr über unsere Welt zu erfahren. Denn wer weiß – vielleicht wirst du mit dem Wissen aus „Herr der Ringe“ oder „Bridget Jones“ oder „Alice im Wunderland“ einmal die Welt retten, die Liebe deines Lebens beeindrucken, neue Freunde finden, oder auch einfach eine großartige Zeit für dich selbst haben.

Quelle: Noizz.de