In dem Film „The Founder“ geht es um Burger und Gier.

„Verträge sind wie Herzen – sie müssen gebrochen werden“ und „Wirtschaft ist Krieg: Fressen oder gefressen werden“ – saftige Zitate von Michael Keaton als ultrakapitalistisches Ekelpaket Ray Kroc in „The Founder“.

Kroc war der Typ, der die beiden Fastfood-Erfinder und Brüder Richard „Dick“ und Maurice „Mac“ McDonald über den Tisch gezogen hat. Genau darum dreht sich auch der Film.

Die beiden Söhne schottischer Einwanderer hatten erst ein Barbecue-Restaurant eröffnet. 1940 gingen sie dann nach San Bernadino, wo sie ihr gesamtes System radikal optimierten, sich auf die Bestseller Burger, Pommes und Softdrinks spezialisierten und es schafften, dass zwischen Bestellung und dem fertigen Futter nur 30 Sekunden Zeit vergingen.

„Das war in den Nachkriegsjahren (...) Alle schienen es immer eilig zu haben, und wir hatten dieses sehr langsame System“, erklärte Richard McDonald in einem Zeitungs-Interview später den Auslöser für ihre Fastfood-Idee.

Michael Keaton als Raubtierkapitalist Ray Kroc in „The Founder“

1954 kam der bis dato eher erfolglose Mixer-Vertreter Raymond Albert Kroc in ihrem Restaurant vorbei – und war komplett fasziniert von der effizienten Organisation der Abläufe. So sehr, dass er als Franchise-Agent ins Unternehmen einstieg.

Damit begannen die Probleme. Denn Kroc wollte in kurzer Zeit ein riesiges Franchise-Imperium aus dem Boden stampfen und mit noch effizienteren Methoden und Rationalisierungsmaßnahmen schnell sehr viel Geld verdienen. Dick und Mac McDonald waren dagegen.

Im Film sagt einer der Brüder: „Das Getränk heißt Milchshake, Ray. Aus echter Milch. Jetzt und für alle Zeiten.“

Die McDonalds-Brüder weigerten sich auch, ihm das Original-Restaurant zu geben. Und Kroc – späterer Spitzname „Hamburger-König“ –  trickste sie aus ihrer Lizenzvereinbarung. 1955 gründete er die McDonald's Corporation und kaufte sechs Jahre später die exklusiven Namensrechte.

Die beiden abgebratenen McDonald's-Brüder im Film

In einem Buch schrieb Kroc später: „Wenn sie ihre Karten richtig ausgespielt hätten, hätten die 0,5 Prozent sie unglaublich reich gemacht.“

So aber bekamen Dick und Mac vergleichsweise wenig. Als Richard McDonald 1998 starb, soll er laut „Daily Mail“ ein Vermögen von „nur“ 1,8 Millionen Dollar hinterlassen haben. Angehörige behaupten sogar, Mac wäre über Krocs Abkoche so bestürzt gewesen, dass das zu seinem Herztod 1971 beigetragen hätte.

Sein Bruder Dick hingegen hegte zumindest offiziell keinen Groll gegen Ray Kroc. In einem Interview sagte er: „Ich wäre in einem Wolkenkratzer mit vier Magengeschwüren und acht Steuerberatern geendet und hätte versucht herauszufinden, wie ich meine ganzen Einkommenssteuern zahlen soll.“

Quelle: Noizz.de