Doch es gibt noch einen kleinen Hoffnungsschimmer.

Der KitKat Club in Berlin-Mitte ist legendär. Weltweit bekannt für seine Sex- und Fetisch-Partys, gehört er seit den 90ern zum beliebten Ziel freizügiger Clubgänger und Liebhabern elektronischer Musik. Jetzt steht die Berliner Institution vor dem Aus, denn dem KitKat und dem Sage-Club wurde gekündigt. Mitte 2020 könnte die letzte Party stattfinden.

Kampf gegen das Clubsterben

Der Geschäftsführer der Clubkommission, Lukas Drevenstedt, erklärte dem "Berliner Kurier", es sei noch nicht klar, was stattdessen an der Ecke Köpenicker und Brückenstraße geschehen soll. Es gebe außerdem noch Hoffnung, "dass man sich zusammenfindet". Eine Herausforderung, vor der die Clubkommission, ein Zusammenschluss von 250 Berliner Clubbetreibern und Veranstaltern, nicht zum ersten Mal steht. Schon seit längerer Zeit kämpft man gegen das Clubsterben.

Hinter den Schließungen stehen meist neue Investoren, Bauprojekte, steigende Mieten oder Beschwerden über Lärmbelästigung. In den vergangenen Jahren verschwanden beispielsweise bereits die Clubs "Jonny Knüppel", "White Trash" und die legendäre "Bar25" aus der Berliner Clublandschaft.

Ein Foto von der Party "Four Play feat. Kinky Galore by Jan Ehret" im KitKat. Foto: Martin Peterdamm / Martin Peterdamm

Der CDU-Abgeordnete Christian Goiny fordert deshalb vom Berliner Senat die Einrichtung einer Koordinierungsstelle, die zwischen Hauptverwaltungen, Bezirksämtern und Clubs. Denn bislang, so Goiny laut "Berliner Kurier", gebe es keine Hilfe durch die Stadt, wenn es um die Sicherung von Standorten oder die Suche nach neuen Räumen gehe. Die Clubkommission begrüßt die Forderung.

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Jeder dritte Tourist kommt wegen der Clubs

Gründe für die Aufrechterhaltung der Clublandschaft gibt es für die Stadt genug: Berlin ist bekannt für seine Feierszene; Kultur und Wirtschaft profitieren von den Touristen, die jedes Jahr von den Versprechungen über freizügige Partys angezogen werden. Laut einer Studie der Berliner Wirtschaftsverwaltung reist sogar jeder dritte Tourist wegen der Clubs nach Berlin. 2017 generierte die Szene so einen Jahresumsatz von 1,48 Milliarden Euro.

Im Jahr 2020 soll ein Kulturraumbüro errichtet werden, das sich um neue Räume für Kultur aller Art kümmern soll, so die Senatskulturverwaltung. Davon könnten auch die Clubs profitieren.

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Quelle: NOIZZ-Redaktion