Hier wird Popkultur in die Lego-Welt gebracht.

Danke, Iain Heath! Jahrelang waren wir alle bezaubert von der bunten Plastikwelt der Piraten, Burgen und Polizeistationen. Doch irgendwann kamen Feenwelten, Star-Wars-Raumschiffe und Auskopplungen von gefühlt allen Kino-Blockbustern hinzu. Plötzlich bewegten sich die sonst starren Figuren und tanzten mit Mimik über die Bildschirme. Steine wurden in alle möglichen Formen und Farben gezwängt und die Merchandise-Maschinerie brach heillos über uns herein. Wir wurden älter und mittlerweile ist Lego eine nervige Angelegenheit – von den Steinen mal abgesehen.

Dann kam Iain Heath. Ein leicht klobiger, mittelalter Amerikaner, der gerne T-Shirt trägt. Stopp: Sind diese Informationen überhaupt wichtig, wenn man über die Kunst eines Künstlers sprechen möchte? Natürlich! Iain passt von seinem Auftreten nur zu gut in die Schublade „Mann mit Hobby und Hobbykeller“. Unklar, was man davon halten soll, wenn erwachsene Männer sich unzählige Stunden mit Kinderspielzeug ausgeben und auch noch ins Netz damit gehen, um ihre Schätze zu präsentieren. Wie damals: Schön Mutti die eigenen Flugzeuge mit allen Funktionen erklären.

Genug Bash: Iain hat Klasse! Sein erstes Werk auf seiner (mittlerweile geschlossenen) Webseite war eine Büste von Hellboy, die er unglaublich detailverliebt zusammengebaut hat. Iain nennt sich selbst „Lego Zen Master“ und hat sich auf Lego-Modelle spezialisiert, die ihn selber interessieren. Keine Mini-Figuren, keine Bionicle, keine Autos oder Gebäude oder Lego-Modelle in Originalgröße. Iain hat Bock auf den geilen Scheiss und dann macht er dann auch. Zombies und Anime, echte Filmsets und sogar ein super Modell von Miley Cyrus mit Zunge und Bootay.

Iain schafft es unseren Lego-Frust in die Tonne zu kloppen und bringt uns dazu, wieder enthusiastisch auf die Plastikklötzchen zu reagieren. Zuletzt hat er seine Ejectz-Serie erweitert. Dort baut er Pop-Helden – wie die Disney-Prinzessinnen, Superhelden oder Star-Wars-Charaktere – als abgefuckte Kopien ihrer selbst zusammen.

Quelle: Noizz.de