70.000 Besucher, die Wüste Nevadas und eine brennende menschliche Statue.

Das sind nur einige der vielen Erfolgsgründe des jährlichen „Burning Man“-Festivals. Besucher verwandeln sich für acht Tage in freiheitsliebende Fantasie- und Fabelwesen, nur Fußgänger und Fahrradfahrer dürfen durch die phantastischen Installationen cruisen.

Und die sogenannten „Art Cars“ mutierte Lauffahrzeuge, die mit viel Liebe zum Detail getunt wurden. In der Vergangenheit waren etwa die „Modospider“ (2008), „The Flying Machine“ (2016) oder die „Alien Siege Machine“ (2014) zu bestaunen.

Das Highlight: Am letzten Abend wird eine XXL-Figur entflammt. Und auch der Bau dieser Statuen ist enorme Arbeit:

Jetzt hat die Festivalleitung das Motto für „Burning Man“ 2018 bekannt gegeben. Achtung, Science-Fiction-Fans! Das Motto ist „I,robot“ und liegt damit wieder am ständig routierenden Puls der Zeit.

Seit 1986 findet das berühmte Festival einmal im Jahr statt – und übertrifft sich jedes Jahr selbst. Der Gründer Larry Harvey startete das Ganze angeblich aus Liebeskummer. Schnell wurde das Event so überlaufen, dass Harvey es aufgrund von Platzmangel in die Black-Rock-Wüste in Nevada verlegen musste.

Dort wird für acht Tage extra eine eigene Stadt aufgebaut – sogar inklusive eigenem Krankenhaus. Am Ende, wenn die Statue „The Man“ brennt, verschwindet die City dann wieder komplett im Nirvana.

„I, robot“ verspricht jedenfalls wieder ein spektakuläres Motto zu werden. Bei Nacht sind die Installationen, die das Motto aufgreifen, übrigens besonders faszinierend anzuschauen:

Und unter diesen Sternen stand das Festival von 1995-2017. Aber Vorsicht: Es besteht die Gefahr, dass ihr danach euer Auto in ein „Art Car" verwandeln werdet und euch in Hippie-Klamotte und halbnackt auf den Weg macht…

1995: Gutes und Schlechtes

Das erste Mal finden die acht Tage unter einem Motto statt, auf das sich die Menschen freuen könnten.

1996: Das Inferno

1997: Fruchtbarkeit

1998: Unklare Einheit

Frei von Konventionen und Klamotten …

1999: Wheel of Time

2000: Der Körper

2001: Sieben Alter des Menschen

Inspiriert von William Shakespeares „Wie es euch gefällt. 2. Akt, 7. Szene“ und nix für Kulturbanausen.

2002: The Floating World

2003: Jenseits des Glaubens

Hundehalter werden traurig: Ihre Vierbeiner wurden in dem Jahr verboten. das heißt ja, bis dahin konnte man Wuffi mitnehmen.

2004: Die Weite des Himmels

2005: Psyche

Dreh dich, Mann: Die Besucher dürfen „The Man“ das erste Mal drehen.

2006: Hoffnung und Angst: Die Zukunft

Die Installation „The Belgian Waffle“ wurde viel diskutiert und trägt den Namen einer belgischen Bewegung, die das Konzept der Zeit, die man mit Uhren misst, nicht kennt.

2007: Der Grüne Mann

Die Künstler Dan Das Mann and Karen Cusolito verbrannten eine Öl-Figur nach der eigentlichen Verbennung des „The Man“ – und die Explosion war auch noch über eine Meile entfernt zu sehen.

2008: Der Amerikanische Traum

2009: Evolution: A Tangled Bank

Ein „Arts Car“ war sogar ein überdimensionaler Leguan.

2010: Metropolis: The Life Of Cities

Leuchtende Riesenpilze in Neonfarben, satte Regenbogen über dem runden Horizont in der Wüste und eine glitzernde Weltkugel aus Stahlgeflecht.

2011: Rites of Passage

Weiß angemalte, nackte Menschen, die still im Kreis meditieren und Männer mit Badekappen, die ein Diskolicht imitieren und Polonese durch bunte Reifen tanzen.

2012: Fertilität 2.0

2013: Cargo Cult

2014: Caravansary

2015: Karneval der Spiegel

2016: DaVincis Workshop

Das Festival ist aus der Luft fast noch beeindruckender als vom Boden aus betrachtet.

2017: Radical Ritual

Wer sich die heiß begehrten Tickets ergattert, hat übrigens gute Chancen, das Who is Who zu treffen. Denn „Burning Man“ ist anscheinend das neue Coachella!

Supermodel und Schauspielerin Cara Delevingne (Mitte l.) Foto: Instagram/ poppydelevingne / Instagram/ poppydelevingne

Quelle: dpa picture alliance